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MI | 11.04.2012
Gutachten (Bild: APA)
BETRUGSVERDACHT
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Professor
Die Staatsanwaltschaft Graz hat gerichtliche Vorerhebungen gegen Prof. Peter Leinzinger eingeleitet. Der Gerichtsmediziner soll für Gelder, die für Gutachten bezahlt worden sind, keinen ausreichenden Kostenersatz an die Uni weitergeleitet haben.
Nicht mehr Leiter der Gerichtsmedizin
Am Freitag wurde Leinzinger einstweilig seiner Funktion als Institutsvorstand der Grazer Gerichtsmedizin enthoben. Einer der Hintergründe für die Abberufung Leinzingers als Institutsvorstand dürfte ein Rechnungshofbericht aus dem Vorjahr sein.
Um die vielen Sachverständigen-Aufträge zu bewältigen, ist an der Grazer Gerichtsmedizin schon vor Jahren eine Arbeitsgemeinschaft gegründet worden. Laut Rechnungshofbericht hat diese Arbeitsgemeinschaft seit 1997, ebenso wenig wie der Institutsvorstand Kostenersatz an die Universität Graz abgeliefert.

Hintergrund sind Tätigkeiten der Professoren der Grazer Gerichtsmedizin als Sachverständige: Da sie diese vom Gericht bezahlten Tätigkeiten teils in der Dienstzeit, teils auch in den Einrichtungen und mit Geräten der Universität durchführen, verlangt die Universität dafür Kostenersatz.

"Es ist Teil unserer Ermittlungen herauszufinden, welche Position des Kostenersatzes noch offen ist", sagt der Rektor der Medizin-Uni Gerhard Franz Walter.
Leinzinger nicht suspendiert
Details über die Vorwürfe will der Rektor nicht nennen. Leinzinger sei auch nicht suspendiert.
"Professor Leinzinger ist nach wie vor als Professor im Amt, er ist auch nicht beurlaubt, sondern kommt seinen dienstlichen Verpflichtungen nach, aber seit Freitag letzter Woche übt er nicht mehr die Funktion des Vorstandes des Gerichtsmedizinischen Institutes aus", so Gerhard Franz Walter.
Staatsanwaltschaft bestätigt
Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigt, dass es Vorerhebungen gibt. Hintergrund sei ein anonymes Schreiben an die Medizin-Uni, in dem ein Betrugsverdacht geäußert worden sein soll. Die Uni hat daher eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.
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