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MI | 21.03 | 17:31
"Samson 2" (Bild: APA)
Samson auf Premierentour
Die kommenden Tage steht in Murau und Umgebung ganz im Zeichen der Riesen: Zu Maria Himmelfahrt tanzen Samson und erstmals auch sein neuer "Bruder" durch die Stadt.

Für eine gute Ernte
Das Samson-Brauchtum im Lungau geht auf das Hochbarock zurück. Dabei rückte der martialische biblische Richter als Riese ins Zentrum von Bittprozessionen, die zur Verschonung von Unwettern und für eine gute Ernte abgehalten wurden.
Die meisten der 60 bis 70 Kilogramm schweren "Lackeln" tragen die Züge römischer Legionäre, in Krakaudorf sind Anleihen an einen napoleonischen Soldaten erkennbar.
Jahrhundertealtes Brauchtum mit Pause
Der erste Beleg für den Murauer Samson stammt aus dem Jahre 1746: Damals wurde eine Samson-Figur um 24 Gulden von der Tamsweger Frohnleichnambruderschaft gekauft. Der hölzerne Riese tanzte fortan auch in Murau, musste aber, als Kaiser Josef II. sein Auftreten gemeinsam mit einer Reihe kirchlicher Feste untersagte, lange pausieren: Erst 1966 wurde er wiederbelebt.

Samson, der 13.
Bisher verfügte der Lungau über zwölf Samsons - zehn in Salzburger Gemeinden und zwei in steirischen (Murau und Krakaudorf). Als nun vor einigen Wochen auf einem Dachboden die Reste einer Figur aus den 30er-Jahren gefunden wurden, machte sich Bürgergarde-Obmann Rudolf Paschek an die Aufrüstung.
Alter Körper, neuer Kopf
Der "Gardesamson 2", wie der neue Umzugsriese der Bürgergarde genannt wird, ist sechs Meter hoch und ein Hybrid aus altem Körper und neuem Kopf: Der alte Körper bzw. das Tragegestell (die Figur wird von einer Person geschultert) wurde restauriert, der Kopf neu modelliert. Die Adjustierung erfolgte in Anlehnung an die Uniform der Bürgergarde.
Für "Auswärtsspiele" geeignet
Zumal er - im Gegensatz zur älteren Ausgabe - zerlegbar ist, soll "Samson 2" künftig bei auswärtigen Auftritten zum Einsatz kommen, so Paschek.