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MI | 21.03 | 17:31
Der Marshallplan kommt (Bild: steiermark.ORF.at)
Kalenderblatt
Was geschah am 5. Juni...

... 1947: Österreich wird "aufgepäppelt"

Der Zweite Weltkrieg war zwar vorbei, doch die österreichische Bevölkerung kämpfte auch noch nach Kriegsende ums Überleben. Die Städte waren zerstört und um Versorgung und Ernährung stand es schlecht.

Rettung aus dem Westen
Die Rettung kam aus dem Westen: Am 5. Juni 1947 wurde der amerikanische Marshallplan ins Leben gerufen.
Am 5. Juni haben Winfrid und Ferdinand Namenstag.

Was die Namen bedeuten, finden Sie hier.
Bis zum Jahr 1952 unterstützten die USA finanziell die vom Krieg betroffenen Länder Westeuropas. Diese hatten jedoch auch Verpflichtungen: So musste beispielsweise Österreich den Schilling stabilisieren und seinen Staatshaushalt ausgleichen.

Eine Milliarde für den Wiederaufbau
Die Hilfeleistungen der USA bestanden allerdings nicht nur aus Krediten, sondern auch aus Lebensmitteln, Medikamenten, Rohstoffen und Maschinen. Insgesamt flossen fast 13 Milliarden US-Dollar in den Marshallplan; für Österreich fiel davon rund eine Milliarde ab.
Profit für Amerika
Die Not leidenden Staaten Europas waren nicht die einzigen, die vom Marshallplan profitierten. Der Grund für die Unterstützung aus dem Westen lag auf der Hand: Amerika befürchtete, wegen des wirtschaftlichen Niedergangs in "Good old Europe" wichtige Absatzmärkte und Handelspartner zu verlieren. Eine wirtschaftliche Stärkung des alten Kontinents sollte auch dem amerikanischen Export nützen. Medial begleitete Hilfsmaßnahmen dienten nebenbei dazu, Österreichs Westorientierung zu verstärken und für ein positives Amerika-Bild zu sorgen.
Symbol der privaten Hilfsbereitschaft
Lincoln Clark ist es zu verdanken, dass im Juli 1946 die ersten CARE-Pakete nach Österreich kamen. Zur Linderung der Nachkriegsnot schlug er Privatpersonen in ganz Amerika vor, gezielt Lebensmittelpakete an die hungernde Bevölkerung zu schicken. Die Anteilnahme war hoch: Insgesamt wurden in den Jahren nach dem Krieg rund 100 Millionen CARE-Pakete versandt.
"10 in 1"
Das Motto der CARE-Paket-Aktion: einen Menschen zehn Tage lang oder zehn Menschen einen Tag lang mit dem Inhalt eines Paketes zu ernähren. Ein CARE-Paket enthielt zum Beispiel Fleisch- und Gemüsekonserven, Getreideflocken, Kekse, Süßigkeiten, Zucker, Marmelade, Kaffee, Trockenmilch, Salz, Zündhölzer, Toilettenpapier, Dosenöffner und Seife.
Hilfe zur Selbsthilfe
1955 endete das CARE-Programm für Österreich. CARE International zählt heute noch zu einer der großen privaten Hilfsorganisationen weltweit.