Wien ORF.at Tipps
TV-ProgrammTV-ThekRadioÖsterreichWetterSportIPTVNews
MI | 21.03 | 17:29
Skilift (Bild: APA)
Kommt der Klimawandel?
Sonnenbad und Schneekanone, grüne Hänge und erste Gelsen: Ist das wirklich schon der Klimawandel? Steirischer Forscher wollen dieser Frage auf den Grund gehen.
150 Klimastationen rund um Feldbach
Das Wegener-Zentrum für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz hat in den letzten Monaten rund um Feldbach ein Messnetz mit mehr als 150 Klimastationen aufgebaut - weltweit wurde noch nie ein so dichtes Netz zur Messung von Klimaschwankungen errichtet.

Die Daten aus allen Messstationen laufen dann im Wegener-Zentrum zusammen. Die Messungen des oststeirischen Kleinklimas werden mit Satellitendaten ergänzt. Die Untersuchung wird die genaueste sein, die je gemacht wurden.
Ideales Grundmodell
Dass der Raum Feldbach und das Raabtal ausgewählt wurden, ist kein Zufall: Das abwechslungsreiche Hügelland mit kleinen Dörfern, aber auch der Bezirksstadt Feldbach gibt ein ideales Grundmodell, von dem aus auf andere Gebiete geschlossen werden kann.
Oststeiermark besonders verletzlich?
Zudem legen jüngste Temperaturstudien nahe, dass die Oststeiermark klimatisch möglicherweise besonders verletzlich ist: Seit 1960 ist die jährliche Durchschnittstemperatur um drei Grad gestiegen - etwa doppelt so viel wie in anderen Regionen.
"Diese Trends werden sich gerade im Alpenraum und in der Steiermark in Zukunft noch fortsetzen und stärker werden. Je nachdem, wie wir handeln, sind dann tatsächlich die Möglichkeiten da, dass es in einem Flusstal wie der Raab im Sommer tatsächlich ein Jahr gibt, wo es gar keine Wasserführung mehr gibt", sagt Gottfried Kirchengast, der Leiter des Wegener-Zentrums.
Gletscher akut bedroht
Auch andere Ergebnisse machen nachdenklich - etwa die Entwicklung der Schnee- und Gletscherregionen in den Alpen, wie sie steirische Geografen seit Jahren untersuchen. Die Gletscher der Alpen sind demnach akut bedroht:
"Wenig attraktive Schuttlandschaft"
"Die Gletscher werden immer kleiner, sie verschwinden - kleinere Gletscher sind auch schon verschwunden - und zurück bleibt in der Regel eine wenig attraktive Schuttlandschaft", sagt Gerhard Lieb vom Institut für Geografie an der Universität Graz.
Wenn die Reduktion von CO2 und anderer Schadstoffe in die Atmosphäre nicht gelingt, sagen die Forscher, könnten die Alpen in ein bis zwei Jahrhunderten völlig gletscherfrei sein.