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MI | 21.03 | 17:26
Ida Maly (Bild: Neue Galerie)
"Ida Maly - Außenseiterin der Moderne"
Die Schau "Ida Maly - eine Außenseiterin der Moderne" in der Neuen Galerie in Graz gibt einen spannenden Einblick in ein kaum erforschtes Gebiet der Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Künstlerfamilie Maly
Die Grazer Malerin Elga Maly, Gründungsmitglied des Forum Stadtpark, gehört zu den wichtigsten steirischen Künstlern der Nachkriegszeit. Kaum jemand weiß aber, dass auch ihre Mutter und Tante, Ida und Paula Maly, Künstlerinnen waren.
Kaum beachtet
Bis auf wenige Ausnahmen sind diese beiden Künstlerinnen in den letzten Jahrzehnten kaum beachtet worden. Erst jetzt bietet die Neue Galerie in Graz einen umfassenden Überblick über das Werk von Ida Maly.
Ida Maly (Bild: Neue Galerie)
Lebenswerk intensiv erforscht
Die junge Wiener Kunsthistorikerin Anna Lehninger ist vor vier Jahren bei der Ausstellung "Moderne in dunkler Zeit" - einer umfassenden Darstellung der von den Nazis verfemten und verfolgten steirischen Künstler - auf Ida Maly aufmerksam geworden und hat das Lebenswerk dieser Künstlerin intensiv erforscht.
Ida Maly wurde 1894 zwar in Wien geboren, ist aber in Graz aufgewachsen. Hier hat sie die Landeskunstschule besucht und dann ein Jahr in Wien studiert.
"Sie hat diese Schule relativ rasch wieder verlassen und eigentlich keine künstlerische Ausbildung abgeschlossen", sagt Lehninger.
Keinen großen Ruhm erlangt
"Sie hat einfach ihre Umgebung beobachtet und die Motive aus ihrer nächsten Umgebung genommen, sich in Cafehäuser gesetzt und dort Besucher gezeichnet, Porträts angefertigt, gebrauchsgrafische Arbeiten angefertigt, wie ex libris, um davon zu leben. Sie war in ihrem Bekanntenkreis wohl geschätzt als Künstlerin, aber sie hat es nie zu einem größeren Ruhm gebracht."
Ein kleines Werk mit vielen Ansätzen
Für Günther Holler-Schuster, der gemeinsam mit Anna Lehninger die Schau kuratiert, weist ihr Werk zahlreiche Bezüge zu den Kunstströmungen ihrer Zeit auf:
"Zunächst muss man sagen, dass das Werk von Ida Maly relativ klein ist, sie hat natürlich wenig Zeit gehabt, das zu entwickeln. Wir haben sehr viele Ansätze, die in der Zeit damals durchaus international  sichtbar wurden, ob das die neue Sachlichkeit ist oder ein gewisser Expressionismus, das geht dann weiter zu den phantastischen Strömungen, die wir aus der österreichischen Tradition haben, z.B Kubin", sagt Holler-Schuster.
Ida Maly (Bild: Neue Galerie)

"Trübe Ahnungen (Selbstportrait)" 1928
Von den Nazis ermordet
Ab 1928 war Ida Maly Patientin am Feldhof in Graz. 1941 wurde sie von den Nationalsozialisten in die Vernichtungsanstalt Hartheim deportiert; wenige Tage später wurde sie dort im Zuge des so genannten Euthanasieprogramms ermordet. Als offizielle Todesursache wurde Pneumonie angegeben.