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MI | 21.03 | 17:24
"Othello" (Bild: Bühnen, Graz)
"Othello" - aber nicht von Shakespeare
Shakespeare präsentiert die Probebühne des Grazer Schauspielhauses - zumindest der Stücktitel stammt von Shakespeare: "Othello". Der Rest ist eine Bearbeitung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel.
Radikal in jeder Hinsicht
Das berühmte Zitat "Hast du zur Nacht gebetet, Destemona" ist zwar zu hören, sonst aber stammt fast nichts von Shakespeare. Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben Shakespeares "Othello" radikal auf etwa eineinhalb Stunden gekürzt und radikal in eine heutige Sprache gebracht.
"Othello" (Bild: Bühnen, Graz)
Mit der "Othello"-Bearbeitung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel wurden 2003 auch die Münchner Kammerspiele wieder eröffnet. "Außenseitertum stärker thematisieren"
Dabei stellen sich natürlich die Fragen: Ist Shakespeares Stück nicht stark genug? Muss man es für heute bearbeiten? "Müssen tut man es nicht. Der Punkt, warum wir uns für die Neubearbeitung entschieden haben, ist, dass es uns interessiert hat, die gesellschaftliche Komponente, das Außenseitertum, auch den Rassismus auf eine gewisse Art und Weise stärker zu thematisieren. Für uns ist der Mohr auch eine Metapher für Ausgrenzung, von Außenseitertum. Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben da einfach einen konkreten Begriff dafür und das ist 'Neger' oder 'Schoko". Uns hat diese Begrifflichkeit interessiert im Sinne von Ausgrenzung, dass man einen Menschen als das betiteln kann und in dem Moment, wo er dieses Stigma kriegt, ist er das", sagt Regisseurin Christina Rast.