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MI | 21.03 | 17:27
Graz-iella (Bild: APA)
"Graz-iella"
"Älteste Steirerin" kommt ins Museum
Sie hat zwar einen etwas zu kleinen Kopf, aber sonst ist sie noch immer ganz adrett: die "älteste Steirerin", die immerhin schon mindestens 5.700 Jahre am Buckel hat. "Graz-iella" wurde die kleine Frauenplastik aus Ton benannt, die während der archäologischen Notgrabung zum Grazer Tiefgaragenprojekt "Pfauengarten" entdeckt wurde.

Ab sofort ist sie in der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung des Landesmuseum Joanneum im Schloss Eggenberg zu sehen.
"Älteste Steirer" erstmals vereint
Ihr zur Seite wird der "älteste Steirer", das "Idol vom Kögelberg", gestellt. Mit "Graz-iellas" Fund wurde diese 1984 gefundene Darstellung eines Mannes aus der Jungsteinzeit auf Platz Nummer Eins der ältesten Steirer abgelöst.
Die im März 2003 gefundene Tonplastik "Graz-iella" wurde zwischen 4000 und 3700 v. Chr. gefertigt. Sensationsfund
"Graz-iella" zählt laut den Experten im Landesmuseum Joanneum zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahre in der Steiermark; ist das kleine, rund 18 Zentimeter große Tonfigürchen doch die älteste menschliche Darstellung, die je auf steirischem Boden gefunden wurde.
Ähnlichkeit mit griechischen Figuren
Die angedeutete Tracht, die den Blick auf die beiden nackten Brüste freigibt, erinnert an bronzezeitliche Figuren und Fresken aus dem Palastheiligtum von Knossos auf Kreta. Diese erfüllten eine religiöse Funktion als heilige Frau bzw. Priesterin oder als Opfergaben darbringendes weibliches Mitglied einer Elite.
Die Figur ist laut Experten ein hervorragendes
Beispiel für abstraktes Kunsthandwerk der frühen Kupferzeit.
Verwandte Werke stammen aus Westungarn, Mähren und der Slowakei. Vergleiche zeigen, dass zwischen den Bewohnern des heutigen ungarischen Komitats Zala und jenen in der Mittelsteiermark sehr enge Beziehungen bestanden haben.