Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
LKW-Fahrverbot (Bild: ORF/dpa/Frank Rumpenhorst)
VERKEHR
Lkw-Fahrverbot auf B320: Aufatmen in Region
Im Ennstal gilt seit 1. April ein Fahrverbot für den Transit-Schwerverkehr. Erlassen wurde die Regelung von Salzburg und Oberösterreich. Für viele Menschen in der Region ist das Lkw-Fahrverbot ein Hoffnungsschimmer.
Die B320 ist für Lkw über dreieinhalb Tonnen gesperrt, ausgenommen ist der Regionalverkehr.
2.000 Lastkraftwagen pro Tag
Etwa 2.000 Lastkraftwagen fahren täglich auf der Ennstalbundesstraße (B320), 13 Prozent davon waren bisher Transitverkehr. Dass dieser jetzt durch das in Salzburg und Oberösterreich erlassene Transit-Fahrverbot wegfällt, ist für viele Menschen entlang der B320 ein erster Schritt in die richtige Richtung.

"Das deckt sich mit unserer Meinung, dass der Transitverkehr, der grenzüberschreitend unterwegs ist, die Autobahn nutzen soll und nicht das Ennstal. Aus dieser Sicht sind wir einverstanden damit", sagt Helmut Blaser von der Wirtschaftskammer Ennstal.
Salzburger Polizist kontrolliert Lkw auf B320 (Bild: ORF)
Wer sich nicht an das Lkw-Fahrverbot hält, wir vorerst nur abgemahnt.
Sorge wegen verstärktem Zulieferverkehr
Unverständlich erscheint manchen aber, dass das Verbot nur für Lkw über dreieinhalb Tonnen gilt: "Das bringt ja im Grunde mehr Verkehr an Zulieferung - das heißt auf der anderen Seite wieder stärkere Umweltbelastung", kritisiert Wolfgang Pitzer von der
Plattform "Zukunft sicheres Ennstal".
Für die Urlaubsgäste seien die kilometerlangen Staus unzumutbar, so Royer.
Schwerverkehr belastet Tourismus
Insgesamt sei die Belastung durch den Schwerverkehr im Ennstal in den vergangenen Jahren immer größer geworden, auch zum Nachteil des Fremdenverkehrs. Vom Transit-Fahrverbot erhofft man sich jetzt eine spürbare Verbesserung.

"Für den Tourismus in unserer Region ist diese Einschränkung sicherlich von großem Vorteil. Schladming gehört zu den begehrtesten Destinationen Österreichs und wir stehen hier in großem Wettstreit mit anderen Destinationen mit einer viel besseren Anbindung", sagt Heimo Royer vom Tourismusausschuss Schladming.

Für die Urlaubsgäste seien die kilometerlangen Staus unzumutbar, so Royer: "Bei uns ist die Tatsache jene, dass unsere Gäste, sowohl wenn sie von Westen, als auch wenn sie von Osten zu uns kommen, sobald sie die Autobahn verlassen, sich hinstauen bis zum gewünschten Zielort und hinter den Lastwagen hinterher zockeln."
Verkehr auf der B320 (Bild: ORF)
Stangel: "Wir freuen uns, dass die Oberösterreicher und Salzburger uns etwas Gutes tun."
"Steiermark verschläft alles"
Seit mehr als 30 Jahren wird im Ennstal über eine Verbesserung der Verkehrssituation diskutiert. Das jetzt von Salzburg und Oberösterreich verordnete Transit-Fahrverbot ist für manche Menschen in der Region so etwas wie ein Hoffnungsschimmer.

"Wir freuen uns natürlich im Ennstal, dass die Oberösterreicher und Salzburger uns etwas Gutes tun. Wir wollen das eigentlich schon seit 2006, die Steiermark verschläft alles", sagt Barbara Stangel von der Initiative "Nein zur ennsnahen Transittrasse"
Kurzmann will verstärkte Lkw-Kontrollen veranlassen.
Kurzmann: Regelung könnte fallen
Das sieht der zuständige Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) erwartungsgemäß nicht so - vier wichtige Verkehrsprojekte würden im Hinblick auf die Ski-WM 2013 in Schladming realisiert. Transit-Lkw-Fahrverbote wolle er aber nicht, "weil mir die Fachabteilung hier sagt, dass das rechtliche Lösungen sind, die einer Überprüfung der Höchstgerichte nicht standhalten werden", so Kurzmann.

Veranlassen wolle er aber eine verstärkte Lkw-Kontrolle im Ennstal, um "Mautflüchtlinge" aufzuspüren.
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