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DO | 23.02.2012
Plakat-Ausschnitt (Bild: lebenlieben.at)
STUDIE
Plakate sollen das Leben lieben helfen
"Es gibt viele Gründe, das Leben zu lieben": Diese Botschaft ist seit Mittwoch auf Plakaten in der ganzen Steiermark zu lesen. Ziel der Aktion ist es, auf Hilfe zur Bewältigung von Krisen hinzuweisen. So soll die Suizidrate gesenkt werden.
Kleine Freuden des Alltags
Der Duft von frischem Kaffee, ein Fußballspiel, ein Nachmittag mit dem Enkelkind oder ein Kartenspiel mit Freunden - es sind alltägliche Dinge, die Freude machen können, die auf den Plakaten zu sehen sind. In der Mitte jedes Plakats ist die Nummer der Telefonseelsorge zu sehen: 142.
Plakat-Ausschnitt (Bild: lebenlieben.at)
Zielgruppe: Männer zwischen 40 und 60
Zielgruppe dieser steiermarkweiten Plakataktion, die von der Telefonseelsorge Steiermark und der Stiftung WEIL - Weiter im Leben initiiert wurde, sind in erster Linie Männer zwischen 40 und 60. Sie sind die am häufigsten von Suiziden betroffene Bevölkerungsgruppe.

Die Suizidrate in Österreich geht seit Mitte der 1980er Jahre zwar ständig zurück, im Vergleich zu den anderen Bundesländern liegt die Steiermark aber an der Spitze.
Steiner: "Da gibt es eine Nummer, wo Tag und Nacht jemand erreichbar ist."
Hilfsangebote bewusst machen
Die Plakatkampagne will vermitteln, dass es Hilfe gibt, wenn es die kleinen Freuden des Alltags nicht mehr schaffen, das Leben lebenswert zu machen. "Oft tritt eine Krise am Wochenende oder am Abend auf, und man weiß dann nicht, wen man erreicht. Unsere Idee war es, dass es Plakate gibt, wo die Menschen sehen können: Da gibt es eine Nummer, wo Tag und Nacht jemand erreichbar ist, da ist jemand da für mich und hört mir zu", so Elise Steiner von WEIL.
Baldauf: "Menschen, die in einer suizidalen Verengung sind, erleben das Erwachen im Frühjahr nicht."
Im Frühjahr Suizidrate besonders hoch
Mit der Plakataktion wird nicht zufällig jetzt im Frühjahr gestartet, denn die Statistiken zeigen, dass in dieser Zeit die Suizidrate am höchsten ist.

Warum gerade im Frühling und nicht in den grauen Spätherbsttagen die Suizidrate höher ist, erklärt sich der Leiter der Telefonseelsorge, Gerhard Baldauf, unter anderem damit, "dass Menschen, die in einer suizidalen Verengung sind, alles schwarz-weiß sehen, das Erwachen, die Blüte, die Wärme im Frühjahr nicht erleben. Eine Person hat das einmal bei uns am Telefon so erläutert, sie empfinde das als Affront."
Telefonseelsorge: "Ein erster Kontakt"
Die Telefonseelsorge biete für Menschen in Krisen ein sehr niederschwelliges Angebot, so Baldauf: "Sie ist anonym und vertraulich. Es geht darum, einen ersten Kontakt zu bekommen, in dem es möglich ist, das, was mich bewegt, zu verbalisieren, so dass ein Türöffner gegeben ist, um ein ausführliches Gespräch zu führen."
WEIL: Rat für Betroffene und Angehörige
Weiter im Leben wendet sich vor allem an junge Menschen bis 25, aber auch deren Angehörige, Freunde und Lehrer, die Rat brauchen, erklärt Steiner: "Wir sind eine Art Plattform und können Betroffene zu Einrichtungen überweisen, die sie gut betreuen können. Manchmal ist es so, dass Lehrer oder Angehörige in Krisensituationen gar nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen, wenn jemand sagt: Es geht mir so schlecht, ich kann so nicht mehr weiterleben. Unsere Aufgabe ist es, den Rat zu geben, sich dringend an Experten zu wenden, die helfen können."
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