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MI | 11.04.2012
Geld (Bild: steiermark.ORF.at)
GRAZER BETROGEN
"Dr. Zumba's" Geldkoffer
Wegen Betrugs ist am Wochenende ein Mann bei der Mautstelle St. Michael festgenommen worden. "Doktor Zumba" soll mit falschen Versprechungen einem Grazer Unternehmer über 42.000 Euro herausgelockt haben.
19-Millionen-Erbe aus Afrika
Der 46 Jahre alte Grazer Geschäftsmann erhielt im März ein eMail von einem "Doktor Zumba" aus Ghana, wonach ihm ein Verwandter 19 Millionen Dollar hinterlassen habe. Weil der Grazer tatsächlich Verwandte im Ausland hat, leistete er eine Vorauszahlung in Höhe von 42.500 Euro für diverse Gebühren.
Ein Koffer voller Geld
Schließlich traf er sich mit "Doktor Zumba" - eigentlich gebürtiger Nigerianer - und weiteren Schwarzafrikanern in Amsterdam, um die "Formalitäten" zu erledigen. "Sie zeigten ihm einen Koffer voller Dollar-Noten, die allerdings 'ungültig' gestempelt waren", erzählt Hermann Kemetmüller von der Grazer Polizei. Mit einer Chemikalie hätten die mutmaßlichen Betrüger die Geldscheine gereinigt. Drei Hundert-Dollar-Scheine gaben sie ihrem gutgläubigen Opfer mit.
Verdacht geschöpft
Als sich der falsche Akademiker Anfang August meldete und eine weitere Zahlung von 27.500 Euro forderte, wurde der Geschäftsmann stutzig; er ließ sich zwar zum Schein auf das Geschäft ein, verständigte aber die Exekutive.
In die Falle getappt
Bei einer arrangierten Übergabe an der Mautstelle St. Michael wurde "Doktor Zumba" festgenommen. Zu den Vorwürfen wollte der "Doktor" bisher nichts aussagen. Nach zwei mutmaßlichen Komplizen des Mannes wird gefahndet.
"Nigeria Connection" am Werk
Die Polizei ist sich ziemlich sicher, dass der falsche Doktor Mitglied der "Nigeria Connection" ist. Diese kriminelle Organisation mit Stützpunkten in London, Amsterdam, Madrid und Wien treibt schon seit einigen Jahren in ganz Europa ihr Unwesen.
Falsche Geschäfte, Erbschaften, Gewinne
Die Masche ist immer die selbe: Die Opfer erhalten Briefe, Faxe oder eMails mit lukrativen Geschäftsangeboten, Gewinnen oder Erbschaften. Lässt sich jemand auf das "Geschäft" ein, werden hohe "Vorauszahlungen" gefordert.
Erst im Juli hat ein 89-jähriger Pensionist aus Graz einem Unbekannten, der ihn angerufen und in Madrid einen hohen Lotteriegewinn versprochen hatte, über mehrere Monate Tausende von Euro überwiesen. Seinen vermeintlichen Gewinn bekam der Pensionist aber nie zu Gesicht.
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