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MI | 11.04.2012
Zwei Burschen spielen im Kindergarten (Bild: fotolia.com/Losevsky)
POLITIK
Gestaffeltes System statt Gratiskindergarten
Landesrätin Elisabeth Grossmann (SPÖ) hat am Donnerstagabend ein neues Kindergartensystem präsentiert. Für Fünfjährige bleibt die Betreuung gratis, Familien mit einem Einkommen über 2.500 Euro müssen künftig wieder voll zahlen.
Gratis für alle Fünfjährigen
Knapp 30.000 Drei- bis Sechsjährige kommen im nächsten Herbst in einen der steirischen Kindergärten. Für alle Fünfjährigen sowie für alle Drei- bis Fünfjährigen bei einem Familiennettoeinkommen unter 1.500 Euro werde der Kindergarten weiterhin gratis bleiben, gab Grossmann am Donnerstag bekannt.
Bei einem Familiennettoeinkommen von über 2.500 Euro ist der Vollbeitrag zu zahlen.
Tarife künftig sozial gestaffelt
Bei einem Familiennettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.500 Euro werden die Tarife künftig sozial gestaffelt, und zwar zwischen 24 und 108 Euro halbtags und zwischen 40 und 180 Euro ganztags. So zahlt eine Familie mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.750 Euro einen Elternbeitrag von 48 Euro bei einer Halbtagsbetreuung, eine Familie mit einem Nettoeinkommen von 2.300 Euro einen Beitrag von 160 Euro bei einer Ganztagsbetreuung.

Bei einem Familiennettoeinkommen von über 2.500 Euro ist ab September wieder der Vollbeitrag zu bezahlen, das sind 120 Euro halbtags und 200 Euro ganztags. Dieser Beitrag wird vom Kindergartenerhalter - also beispielsweise der Gemeinde - festgesetzt. Er darf aber bestimmte Höchstgrenzen nicht überschreiten, um eine Landesförderung zu bekommen. Auch der Besuch von Tageseltern für Drei- bis Fünfjährige wird durch die Sozialstaffel gestützt.
Mehr-Kind Staffelung eingebaut
Eine Mehrkind-Staffelung gibt es für Familien mit zwei oder mehr Kindern. Für jedes dieser Kinder erfolgt eine Rückstufung um eine Stufe in der Einkommensstaffel. Auch Familien mit höherem Einkommen und mehreren Kindern werden zurückgestuft.
Details werden erst ausgearbeitet
Die detaillierten Informationen, wer konkret wie viel bezahlen muss, gehen jetzt an alle steirischen Kinderbetreuungseinrichtungen. Wobei Grossmann betonte, dass das entsprechende Gesetz erst im Detail ausgearbeitet und beschlossen werden müsse. Es handle sich um eine Vorinformation, um den Eltern und den Betreuungseinrichtugen die Planung für den Herbst zu erleichtern.
Verunsicherung bei Eltern groß
Die Verunsicherung der Eltern durch die unklare Finanzierungslage sei im Vorfeld deutlich spürbar gewesen, sagte ÖAAB-Obmann Bernhard Ederer: "In den letzten Wochen waren sehr viele Fragen. Alle gingen davon aus, dass man wieder etwas bezahlen muss. Aber da geht es eben darum, wie viel das wirklich ist, und deshalb war eben schon eine gewisse Unsicherheit da."
Budgetlage machte Schritt notwendig
Grossmann hatte bereits vergangene Woche angekündigt, die Eltern zumindest in der Anmeldewoche über mögliche Kosten informieren zu wollen. Die derzeitige Budgetlage des Landes mache es notwendig, dieses neue System einzuführen, so Grossmann. Der Gratiskindergarten für Drei- bis Sechsjährige sei angesichts der aktuellen Budgetlage einfach nicht mehr finanzierbar, so Grossmann.
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