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MO | 13.02.2012
Schutzweg-Tafel (Bild: ORF)
CHRONIK
Immer mehr Unfälle auf Schutzwegen
Der positive Trend bei den Verkehrsunfällen in der Steiermark hält an. Wie schon im Jahr 2009 gab es auch heuer im ersten Halbjahr weniger Unfälle, Tote und Verletzte. Alarmierend ist aber, dass immer mehr Unfälle auf Schutzwegen passieren.
Vier Tote auf Schutzwegen
Schutzwege entpuppen sich immer öfter als das Gegenteil von dem, was sie sein sollten. Von Jänner bis Juni sind in der Steiermark 71 Fußgänger auf Schutzwegen verletzt worden, vier davon tödlich. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine signifikante Steigerung um 21 Verletzte und zwei Tote.
Durch Blickkontakt könnten Fußgänger und Autofahrer besser in Interaktion treten.
Fehlende Interaktion
Das Hauptproblem ist die fehlende Interaktion zwischen Fußgängern und Autofahrern, sagt Dieter Krainz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Sie müssten sich gegenseitig verständigen, etwa durch Blickkontakt, das passiere aber kaum:

"Ich denke mir, dass viele Fußgänger glauben, dass wenn sie einen Zebrastreifen sehen, sie automatisch Vorrang haben und nicht mehr auf den Straßenverkehr achten. Und Autofahrer nähern sich oft mit nicht angepasster Geschwindigkeit dem Schutzweg und können dann ihr Fahrzeug nicht rechtzeitig zum Stehen bringen."
Videoüberwachung vor Schulen
Als einen Lösungsansatz fordert Krainz die Videoüberwachung von Schutzwegen an besonders gefährlichen Stellen, zum Beispiel vor Schulen: "Durch eine Überwachung verhalten sich Verkehrsteilnehmer schon anders, sie ändern ihr Verhalten im Sinne der sozialen Erwünschtheit, denn wenn ein Autofahrer weiß, dass er jederzeit beobachtet werden kann, verhält er sich der Verkehrssicherheit entsprechend."
Sinnhaftigkeit von Schutzwegen
Außerdem sollen bestehende Schutzwege auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. Mit Informationskampagnen will man die Verkehrsteilnehmer auf das Problem aufmerksam machen.
Sechs Prozent weniger Unfälle
Generell fällt die Unfallbilanz für das erste Halbjahr positiv aus. In der Steiermark gab es knapp 2.700 Verkehrsunfälle, das sind um fast sechs Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Dabei sind 34 Menschen ums Leben gekommen, 2009 waren es im selben Zeitraum 38.
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