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MO | 13.02.2012
Das falsche Gipfelfoto vom K2 (Bild: Christian Stangl)
SPORT
Stangl auf K2: "Keine Freude empfunden"
Der steirische Extremsportler Christian Stangl hat nach einem erneuten Aufstiegsversuch den K2 bezwungen. Er stand nach eigenen Angaben am Donnerstag um 10 Uhr auf dem Gipfel. Dabei hätte er aber "keine Freude empfunden".
"Voll fertig, aber happy"
"Ich hab's geschafft", so meldete sich Stangl am Freitag. Er habe auf dem Gipfel ein paar Fotos gemacht und sei dann sofort wieder abgestiegen.

Stangl befindet sich derzeit im Basislager. Er sei "voll fertig, aber happy" und versuche jetzt zu schlafen. "Wenn Bergsteigen immer so wäre wie die letzten 70 Stunden hier am K2, würde ich sofort damit aufhören", sagte Stangl per Satellitentelefon zu seinem Sprecher.
Schnee und Steinschlag
Er sei am Dienstag um 17 Uhr vom Basislager aus alleine losgestartet und in der Nacht bis zum Lager III gegangen. "Es hat die ganze Zeit geschneit und ich hatte Steinschlag wie bei den beiden Versuchen zuvor", so Stangl. Im Lager III hätte sich ein Wetterfenster aufgetan, welches Stangl für einen raschen Aufstieg genutzt hat.
Gefährlichster Berg für Stangl
Am Donnerstag um 10 Uhr stand Stangl auf dem Gipfel - doch Freude empfand er in diesem Moment nicht. "Wahrscheinlich realisiere ich das erst in ein paar Tagen. Der Berg ist so gefährlich und mit Sicherheit der gefährlichste Berg, den ich je geschafft habe", sagte Stangl.
Im August 2008 entging Stangl am K2 nur knapp einem Drama mit mehreren Toten.
Mehrere Versuche gestartet
Der Alpinist scheiterte im Vorfeld mehrmals am K2: Im August 2008 entging er nur knapp einem Drama mit mehreren Toten: Er stieg bis 8.100 Meter auf, ehe eine Eislawine im so genannten "Bottleneck" die Saison beendete und elf Bergsteiger mit in den Tod riss.

2009 versuchte Stangl erneut sein Glück und erreichte 8.300 Meter. Gewaltige Schneemengen zwangen ihn aber zur Rückkehr. Im Juli 2010 hatte er einen entsprechenden Versuch wegen Erkrankung abbrechen müssen, im August scheiterte der Gipfelsturm erneut.
Kaltenbrunner wieder zu Hause
Die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner hatte vor einer Woche am K2 umkehren müssen, nachdem ihr schwedischer Bergkamerad Fredrik Ericsson beim Aufstieg tödlich verunglückt ist.
Die nächste Tour will Stangl im November starten.
Nächstes Gipfelziel: Mount Tyree
Stangl möchte als erster Mensch alle "14 seven summits" besteigen. Gemeint sind damit die sieben höchsten Gipfel aller Kontinente inklusive Antarktis und Ozeanien plus der zweithöchsten. Dazu fehlt ihm jetzt nun nur noch der Mount Tyree in der Antarktis.

Erst sieben Bergsteiger standen laut seinen Angaben seit seiner Erstbegehung im Jahre 1967 auf dem Gipfel, seit 1997 überhaupt keiner mehr. Bereits Mitte November will er zu dieser Expedition aufbrechen.
Bergsteigen in einer "neuen Dimension"
"Ich möchte das Bergsteigen in eine neue Dimension katapultieren", erklärte Stangl, als er im Dezember 2007 seine "Seven Summits Speed Tour" geschafft hatte: Dabei hatte er die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente insgesamt in der Rekordzeit von 58 Stunden und 45 Minuten bestiegen. Er bezwang den Mount Everest, den Elbrus, den Aconcagua, den Kilimandscharo, den Carstenz, den McKinley und den Mount Vinson.
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