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DI | 14.02.2012
Depression (Bild: fotolia/kwest)
SOZIALES
Psychisch krank: Hilfe beim Wiedereinstieg
In den letzten sechs Jahren ist die Zahl der Frühpensionsansuchen wegen psychischer Probleme um 40 Prozent gestiegen. Ein neues Grazer Zentrum soll betroffenen Menschen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen.
Neuer Standort Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit.
16.000 Steirer haben psychosoziale Probleme
Rund 16.000 Menschen mit psychosozialen Problemen werden in der Steiermark von außerstationären Einrichtungen betreut. Eine davon ist die Gesellschaft zur Förderung seelischer Gesundheit (GFSG). Am neuen Standort in Graz begleitet sie 22 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen auf ihrem Weg ins Arbeitsleben.
30 Prozent schaffen den Wiedereinstieg
"Man kann davon ausgehen, dass in etwa 30 Prozent all derer, die an den Maßnahmen teilnehmen dann auch den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt schaffen. Ein großer Teil geht auch in weiterführende Ausbildungen oder Maßnahmen", so Projekleiterin Sylvia Hellmayr-Wiesinger.
Je größer der Druck am Arbeitsmarkt ist, desto schwerer haben es Menschen mit psychischen Erkrankungen.
Depression, Alkoholismus, Angsterkrankungen
Depressionen, Alkoholismus, Angsterkrankungen und Schizophrenie sind die häufigsten psychischen Erkrankungen in der Steiermark. Je größer der Druck am Arbeitsmarkt ist, desto schwerer haben es Menschen mit solchen Erkrankungen, erklärt Günter Klug, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und stellvertretender Obmann der GFSG.

"Es ist gerade heute schwierig einen Arbeitsplatz zu finden, der ideal passt. Es gibt Untersuchungen, wonach, wenn die Arbeitslosigkeit um einen Prozent steigt, sie bei den psychisch Betroffenen um zehn bis 20 Prozent steigt", so Klug.
Bis 1.000 Anträge auf Frühpension pro Monat
Monatlich werden in der Steiermark 800 bis 1.000 Anträge auf Frühpension eingebracht, meist aufgrund psychischer Leiden. Über ein Drittel der bewilligten Anträge betreffen Menschen, die zwischen 45 und 54 Jahre alt sind.
"Mehr Eigenverantwortung am Arbeitsplatz"
Vorbeugung am Arbeitsplatz ist deshalb für Klug ein wichtiges Thema: "Gesundhalten tut ein Arbeitsplatz, wenn der Mitarbeiter subjektiv das Gefühl hat etwas Sinnvolles zu tun und ein gewisses Maß an Einflussmöglichkeit zu haben. Das heißt, Mitarbeiterführung mit etwas mehr Eigenverantwortung ist sehr stark burnout- und stressentlastend."
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