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MO | 13.02.2012
Industrie, Facharbeiter (Bild: ORF)
BRENNPUNKT
Positives Echo auf Rot-Weiß-Rot-Card
35.409 Ausländer waren 2009 in der Steiermark beschäftigt. Der Vorschlag von Außenminister Spindelegger (ÖVP) mit einer Rot-Weiß-Rot-Card qualifizierte Facharbeiter ins Land zu holen, stößt nicht nur bei der Wirtschaft auf Zustimmung.
Die meisten ausländischen Arbeitskräfte in der Steiermark kommen aus Deutschland, gefolgt von Slowenen, Polen und Slowaken. Aus dem EU-Ausland arbeiten vor allem Asiaten und Amerikaner bei uns.
Grafik zur Ausländerbeschäftigung (Bild: ORF/ Quelle: Land Steiermark)
Gessner: "Wir hätten gerne, dass die Arbeitsgenehmigungen für die Leute leichter zu bekommen sind."
Unternehmen wollen mehr Flexibilität
Ein Beispiel dafür, wie wichtig spezialisierte Arbeitskräfte aus dem Ausland für ein Unternehmen sind, ist der Halbleiterhersteller austriamicrosystems in Unterpremstätten. Das Unternehmen entwickelt unter anderem spezielle Schaltkreise für die Hintergrundbeleuchtung von LCD-Fernsehern. 800 Mitarbeiter werden beschäftigt, nur ein kleiner Teil kommt aus dem EU-Ausland, aber genau auf die könne man nicht verzichten.

"Wir hätten gerne, dass die Arbeitsgenehmigungen für die Leute leichter zu bekommen sind, damit wir flexibler sind in dem Bereich", so Bernd Gessner von austriamicrosystems.
Erst Steirer fit für Arbeitsmarkt machen
Die Steiermark braucht Fachleute aus dem Ausland, sind sich Wirtschaftskammer und Arbeitnehmervertreter einig. Aber, "ich glaube, wir sollten unsere eigenen Leute zuerst einmal schulen und fit für den Arbeitsmarkt machen", sagt ÖGB-Chef Horst Schachner.

Dem stimmt auch Thomas Spann von der Wirtschaftskammer zu: "Die erste Prämisse ist, hier ansässige Menschen zu qualifizieren und für die richtigen Branchen zu begeistern."

FPÖ und BZÖ sind gegen eine Rot-Weiß-Rot-Card.
Fachkräftemangel gibt es vor allem in den Gesundheitsberufen.
"Qualifizierter Zuzug ist notwendig"
Fachkräftemangel gibt es vor allem in den Gesundheitsberufen, diplomiertes Pflegepersonal fehlt.

Die Volkshilfe sucht etwa laufend diplomiertes Gesundheitspersonal, zu finden sei es vorwiegend außerhalb Österreichs. "Wenn wir das System aufrecht erhalten wollen, wird es wichtig sein intern auszubilden, aber auch qualifizierter Zuzug wird notwendig sein", ist Franz Ferner von der Volkshilfe überzeugt.

Ähnlich die Situation in der Privatklinik Laßnitzhöhe, auch hier sind diplomierte Fach- und Pflegekräfte wie Therapeuten Mangelware. "Es geht ohne ausländische Mitarbeiter nicht. Wir sind sehr froh, dass wir über sehr gut qualifizierte Mitarbeiter zum Beispiel aus Slowenien, der Slowakei oder Ungarn verfügen", so Andreas Schwarz von der Privatklinik.
Ab Mai 2011 fallen Beschränkungen
Eine Erleichterung für die Wirtschaft bringt der erste Mai 2011. Da fallen die Beschränkungen für Arbeitnehmer aus jenen Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind. So dürfen unter anderen Slowenen, Polen und Slowaken dann uneingeschränkt in Österreich leben und arbeiten.
Wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen, werden wir das Fachpersonal aus dem Ausland brauchen.
AMS: Bis 2013 ist Bedarf gedeckt
"Zurzeit brauchen wir keine Zuwanderer um unserer Facharbeitsplätze decken zu können", stellt Karl-Heinz Snobe vom steirischen Arbeitsmarktservice fest: "Wir haben 11.00 Arbeitsplätze verloren und werden bis 2013 mit unseren Arbeitskräften auskommen. Danach werden wir wieder Fachkräfte brauchen."

Diese werden jedoch von außerhalb Österreichs kommen müssen, denn in Österreich gibt es zu wenige Kinder, um auch in Zukunft unser Wirtschafts- und Sozialsystem aufrecht erhalten zu können. Wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen, werden wir das Fachpersonal aus dem Ausland somit brauchen.
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