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VERKEHR |
27.07.2010 |
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Frächter manipulierten Tachos
30 von 900 steirischen Transportunternehmen sollen laut Polizei die digitalen Tachografen in ihren Fahrzeugen manipuliert haben. Dadurch sollten Ruhezeiten umgangen werden. Den Frächtern droht der Konzessionsentzug.
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Auf die Sekunde genaue Aufzeichnungen
Die Polizei wurde bei Routinekontrollen im September des Vorjahres auf die Manipulationen aufmerksam. Auffällig viele Frächter hatten auf die Sekunde genaue Aufzeichnungen vorgelegt. Eine Spezialeinheit ging dem auf den Grund.
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Ein zweiter Tacho wurde eingebaut, damit die Fahrzeit nur zeitweise aufgezeichnet werden kann. |
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Lenkzeiten und Ruhezeiten umgehen
Teilweise wurde der digitale Tachograf während der Fahrt gar nicht aktiviert oder elektronisch manipuliert.
Andere bauten sogar einen zweiten Tacho ein, erklärt Manfred Prasch von der Landesverkehrsabteilung der Polizei: "Wenn das zweite Gerät eingebaut ist, dann wird immer nur eines während der Fahrt benutzt. Durch das Umschalten von einem auf das andere Gerät, werden die Daten natürlich manipuliert, es wird nur teilweise aufgezeichnet. Man umgeht Lenkzeiten, Ruhezeiten und Pausen."
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Manipulation für mehr Transporte
Die Zeitkontrollen werden umgangen, um mehr Transporte durchführen zu können und das zu einem möglichst niedrigen Preis, sagt der Fachgruppenobmann der steirischen Frächter, Albert Moder. 290 Stunden pro Monat waren die Fahrer so unterwegs, das ist um ein Viertel mehr als erlaubt.
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Albert Moder spricht von einem "gewaltigen Imageschaden für die gesamte Branche". |
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30 steirische Frächter aufgeflogen
Allein in der Steiermark sind 30 Frächter mit rund 50 Lkws aufgeflogen. Vom Ein-Mann- bis zum Großunternehmen, so die Polizei.
In der Wirtschaftskammer ist man um Aufklärung bemüht, so Moder: "Es ist ein gewaltiger Imageschaden für die gesamte Branche. Die Transportpreise, die ohnehin schon im Keller sind, werden in Zukunft auch nicht raufgehen, wenn es Unternehmer gibt, die das so betreiben. Diese paar schwarzen Schafe muss man aus dem Verkehr ziehen."
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Arbeitsinspektorat ermittelt
Die Manipulationen ziehen weite Kreise und lassen jetzt viele Seiten aktiv werden. Etwa sind den Krankenkassen Sozialversicherungsbeiträge entgangen, dem Finanzamt Teile der Lohnsteuer. Das Arbeitsinspektorat ermittelt wegen der gefälschten Fahrt- und Ruhezeiten.
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Müssen mit Konzessionsentzug rechnen
30 Frächter wurden wegen Fälschung von Beweismitteln bereits angezeigt. Einige davon gaben die Manipulation zu und erhielten Geldstrafen, so Moder.
Gewerberechtlich ist außerdem mit einigen Konzessionsentziehungsverfahren zu rechnen, sagt Bernhard Trummler von der zuständigen Landesbehörde.
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