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MO | 13.02.2012
Polizisten auf Schlangensuche (Bild: APA/ Markus Leodolter)
CHRONIK
Riesen-Würgeschlange in Graz entkommen
In Graz-Liebenau ist am Sonntag eine dreieinhalb Meter lange Würgeschlange aus einer Wohnung entkommen. Rund 50 Polizisten suchen fieberhaft nach der 20 Kilogramm schweren Boa constrictor.
Die Schlange dürfte über eine gekippte Balkontür ins Freie gelangt sein.
Schlange versuchte, Besitzer zu würgen
Die Schlange lebt seit etwa zehn Jahren bei ihrem Besitzer in einer Siedlung in der Liebenauer Hauptstraße. Am Sonntag hatte das Tier versucht, den 52-Jährigen zu würgen.

Offenbar überrascht von der Attacke, verließ der Mann gegen 14.00 Uhr seine Wohnung. Davor hatte er dem Reptil noch einen Hasen zu fressen gegeben.

Als der Grazer gegen 20.00 Uhr wieder zurück in seine Wohnung kam, konnte er sein Haustier nicht mehr finden und alarmierte die Polizei. Die Schlange dürfte über eine gekippte Balkontür ins Freie gelangt sein.
Die Boa constrictor ist ungiftig.
Gefahr für Kleinkinder und Haustiere
Die Boa constrictor ist zwar ungiftig, könnte jedoch für Kleinkinder und Haustiere gefährlich werden, warnt Schlangenexperte Klaus Müller vom Herpetologischen Zentrum Steiermark.

"Diese Tiere sind nicht angriffslustig. Es kann natürlich vorkommen, wenn man der Schlange zu nahe kommt, dass es zu einem Abwehrbiss kommt", so Müller.
Polizisten suchen nach der Boa (Bild: APA/ Markus Leodolter)
Der Besitzer der Boa constrictor beteiligte sich nicht an der Suche.
Suche rund um Magna-Werk
Bis Mitternacht suchten die Einsatzkräfte nach der Schlange, die in der Umgebung des Magna-Werks vermutet wird, jedoch ohne Ergebnis. Montagvormittag durchkämmten dann 50 Polizeischüler und Helfer Keller und Gärten der Christopherus-Siedlung nahe dem Werk.

"Die Schlange sucht sich warme Plätze. Wir hoffen, dass sie irgendwo herauskommt und dann haben wir eher die Chance, sie zu erwischen", so Einsatzleiter Willibald Thaller.

Der Besitzer der Boa constrictor beteiligte sich übrigens nicht an der Suche.
Ruhig verhalten, nicht zu nahe kommen
Wie man sich verhalten soll, wenn man die Boa entdeckt, erklärt Schlangenexperte Müller: "Wenn man das Tier sieht, sollte man sich ruhig verhalten und ihr nicht zu nahe kommen, dann reagiert sie auch nicht. Wenn es möglich ist, sollte man sie weiter beobachten, damit sie nicht wieder fort ist, bis die Einsatzkräfte dort sind."
Polizisten suchen nach Boa (Bild: APA/ Markus Leodolter)
Die Kinder müssen in den Räumen des St. Christopherus-Kindergartens bleiben.
Kinder müssen im Haus bleiben
Die Hausbewohner des betroffenen Gebäudes sind zum Teil verärgert. "Ich finde es eine Frechheit, dass man es überhaupt erlaubt, solche Tiere zu halten. Wir haben einen Kindergarten mit vielen Kindern im Haus", so eine Frau.

Aus Sicherheitsgründen dürfen die Kinder aus dem St. Christopherus-Kindergarten am Montag nicht ins Freie. "Auf Anraten der Polizei und des Katastrophenschutzes müssen die Kinder in den Räumen bleiben und die Fenster geschlossen sein", so Kindergartenleiterin Gabriele Sauer.
100 gefährliche Tiere registriert
Seitens des Veterinäramtes Graz hieß es am Montag, dass derzeit geprüft werde, ob die Schlange - wie laut Gesetz verordnet - registriert ist. Etwa 100 gefährliche Tiere - darunter Würgeschlangen, Spinnen und Skorpione - seien derzeit in der steirischen Landeshauptstadt gemeldet.
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