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SO | 12.02.2012
Pressekonferenz der SPÖ (Bild: ORF)
POLITIK
Chaos in Grazer SPÖ: "Traurigste Stunde"
Nach den Personalrochaden innerhalb der Grazer SPÖ hat Landeshauptmann Franz Voves die Notbremse gezogen. Sowohl Stadtrat Wolfgang Riedler als auch die Grazer Neo-Parteichefin Elke Edlinger traten zurück. Voves spricht von einer der "traurigsten Stunden der Partei".
Kampfabstimmung als Auslöser für Rochaden
Die Turbulenzen innerhalb der Partei brachen vergangenen Freitag aus, als Sozialstadträtin Elke Edlinger bei einer Konferenz der SPÖ Graz in einer Kampfabstimmung gegen den bisherigen Stadtparteivorsitzenden Wolfgang Riedler antrat. Edlinger gewann diese Abstimmung ganz knapp. Riedler sollte daraufhin zurücktreten. Daraufhin kam es in der Partei zu Machtkämpfen. Voves zog am Donnerstag die Reißleine.
"Handlungsunfähigkeit der Grazer Partei"
Die Stimmung bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag war gedrückt, die Strapazen der vergangenen Stunden waren Elke Edlinger und Wolfgang Riedler deutlich anzusehen. Parteichef und Landeshauptmann Franz Voves sagt, Riedler und Edlinger hätten in den Gesprächen menschliche Größe bewiesen:

"Das ist sicher eine der traurigsten Stunden, die die Grazer SPÖ über die letzten Jahrzehnte hinweg erlebt hat. Sie wissen, dass ich mich eigentlich nicht in Graz einmischen wollte, nur nach dem gestrigen Tag und der Nacht sind wir in Graz an einer Situation angelangt, wo man von Handlungsunfähigkeit der Grazer Partei sprechen musste."
Edlinger als Parteichefin sofort zurückgetreten
Den Stadtratsposten von Riedler übernimmt Karl-Heinz Herper, langjähriger Klubchef der SPÖ im Grazer Gemeinderat, allerdings nur bis September. Edlinger muss als Parteichefin sofort gehen, als Stadträtin tritt sie in der ersten Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause zurück.
Für Edlinger sind die Entscheidungen notwendige Schritte, um den Weg für die Partei frei zu machen.
Parteivorsitz wird am Freitag entschieden
Wer den Parteivorsitz der Grazer SPÖ übernimmt, soll sich am Freitag bzw. am Samstag nach Gesprächen von Voves mit der Grazer Partei entscheiden. Die Grazer SPÖ müsse jedenfalls völlig neu geordnet werden, sagt Voves.

Elke Edlinger spricht von notwendigen Schritten: "Ich bin überzeugt davon, dass das zwei notwendige Schritte sind, um den Weg frei zu machen und der Grazer SPÖ die Chance auf eine umfassende Erneuerung zu ermöglichen."
Projekt gescheitert
Wolfgang Riedler sagt, er hoffe, dass er mit seinem Rücktritt zu künftigen Erfolgen der Grazer SPÖ beitragen kann: "Bitter ist es, wenn man zur Kenntnis nehmen muss, dass man mit einem Projekt, das man sich vorgenommen scheitert oder gescheitert ist."
Vollath nicht neue SPÖ-Chefin
Der neue Stadtrat Karl-Heinz Herper bedankt sich bei Voves für das Vertrauen: "Ich werde hoffentlich dem mich würdig erweisen und mit dazu beitragen, dass des zu dieser Erneuerung kommen wird."

Dass die immer wieder für diesen Posten genannte Landesrätin Bettina Vollath neue Grazer SPÖ-Chefin wird, schließt Voves übrigens aus. Sie brauche man im Land.
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