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MI | 11.04.2012
Leerer Teller (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
Nahrungsmittelunverträglichkeit im Steigen
Bei immer mehr Steirern werden Nahrungsmittelunverträglichkeiten diagnostiziert. Das gestiegene Bedürfnis nach speziellen Nahrungsmitteln wird deshalb für die Lebensmittelindustrie immer mehr zum Geschäft.
Lactose-Intoleranz besonders häufig
Schätzungen zufolge könnten möglicherweise bis zu 50 Prozent der Steirer an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden.

Die häufigste ist die Lactose-Intoleranz, wenn der Körper keinen Milchzucker verträgt, bestätigt Andreas Eherer, Facharzt für Gastroenterologie am LKH Graz: "Bezüglich der Lactose gibt es die Schätzung, dass in unserer Bevölkerung etwa 30 bis 40 Prozent mit diesem Problem behaftet sind."
Tausende Steirer leiden an Zöliakie
Geschätzt wird außerdem, dass bis zu 10.000 Steirer an der sogenannten Zöliakie - einer Unverträglichkeit gegen den Getreidebestandteil Gluten - leiden. Die Zahl der Fructose-Intoleranzen lässt sich schwer in Zahlen fassen.
"Mitarbeiter in den Märkten werden verstärkt nach den speziellen Nahrungsmitteln gefragt", so Renz.
Umfassendes Sortiment vorhanden
Die Lebensmittelindustrie reagiert auf die steigende Nachfrage von Menschen mit speziellen Ernährungsbedürfnissen. Nach Merkur hat auch die größte österreichische Lebensmittelkette Spar nachgezogen und bietet mittlerweile ein umfassendes Sortiment an Lebensmitteln für Lactose- und Gluten-Unverträglichkeit an, bestätigt Spar-Sprecher Robert Renz:

"Also wir wissen aus Studien, dass mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus Industrieländern an einer Lebensmittelunverträglichkeit leiden. Weiters haben wir festgestellt, dass Mitarbeiter in unseren Märkten verstärkt gefragt werden, ob es spezielle Nahrungsmittel für ihre Bedürfnisse gibt."
Von Käse bis Fertiggerichten
Deshalb wurde eine eigene Linie mit rund 40 lactose- und glutenfreien Produkten eingeführt. Merkur hat das Sortiment mittlerweile auf über 60 Produkte ausgeweitet. Diese reichen vom lactosefreien Käse, über glutenfreie Brotbackmischungen bis hin zu glutenfreien Fertiggerichten.
Absatz um 20 Prozent gestiegen
Umsatzzahlen geben beide Unternehmen nicht bekannt. Bei Spar heißt es aber, der Absatz von lactosefreien Milchprodukten sei in einem bestimmten Beobachtungszeitraum um 20 Prozent gestiegen.
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