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DO | 23.02.2012
FH Joanneum Graz (Bild: FH Joanneum)
GRAZ
Anzeige gegen FH-Studiengangsleiter
An der FH Joanneum in Graz herrscht Aufregung um eine Anzeige gegen den Leiter des Studiengangs Journalismus und PR: Heinz M. Fischer wird Urkundenfälschung beim Aufnahmeverfahren vorgeworfen.
Seit vergangenem Herbst wurde immer wieder Kritik am Aufnahmeverfahren zum Studiengang laut. Daraufhin gab es eine interne Revision, bei der die Unterlagen des Aufnahmeverfahrens beschlagnahmt wurden - damals stand der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum.
"Systematische Verfälschung der Ergebnisse"
In der Strafanzeige heißt es dazu: "Dem Vernehmen der Einschreiter nach wurden die (...) Tatsachenbehauptungen in einem nicht unternehmensöffentlichen Tatsachenbericht bestätigt, wonach der Vorwurf der systematischen Verfälschung der Ergebnisse des Aufnahmeverfahrens durch den Studiengangsleiter über Jahre hinweg bestätigt worden sein soll."
Manipulation bei Studienplatzvergabe?
"Der interne Revisionsbericht wurde bis heute weder öffentlich gemacht noch im Landtag bestätigt", so der Anwalt Gregor Kohlbacher, der für seinen anonym bleiben wollenden Mandanten die Strafanzeige eingebracht hat. In dieser wird auch zum Ausdruck gebracht, dass durch die Fischer unterstellten Manipulationen die Studienplätze nicht an die besten Kandidaten vergeben worden seien.
"Wir haben niemanden begünstigt, und selbst wenn wir es gewollt hätten, wäre es nicht gegangen", so Fischer.
Fischer: "Abstruses und groteskes Konstrukt"
Der Studiengangsleiter will über die Hintergründe der aus seiner Sicht "infamen Behauptungen" ohne Anwalt nichts mehr sagen: Das Ganze sei ein "abstruses und groteskes Konstrukt", das davon lebe, dass ein gekündigter Mitarbeiter "Unterlagen kreuz und quer durch Österreich schickt".

Vorwürfe wie die Bevorzugung gewisser Studierender dementiert er mit Nachdruck: "Der Studiengang wird ständig durch das ausgeprägte Controlling-System des Hauses geprüft. Wir haben niemanden begünstigt, und selbst wenn wir es gewollt hätten, wäre es nicht gegangen", so Fischer.

Hinsichtlich der infrage gestellten Objektivität der Aufnahmeverfahren betonte der Studiengangsleiter, dass "die Optimierung der Verfahren zu einem Höchstmaß an Objektivität" von Anbeginn ein besonderes Anliegen gewesen sei. Die letzte große Reform des Verfahrens habe "ein Jahr vor den beginnenden Anschuldigungen" stattgefunden.
"Schwarze Umschläge"
Fischer wird in der Anzeige an die Staatsanwaltschaft auch vorgeworfen, dass er Zuwendungen - "schwarze Umschläge" - erhalten haben soll, was er vehement bestreitet: "Das ist eine Erfindung und eine Unterstellung."
"Bei der anonymen Anzeige werden Behauptungen aufgestellt, die von uns in keiner Art und Weise nachvollzogen werden können", so Rektor Pfeifer.
FH weist Vorwürfe zurück
Der Rektor der FH, Peter Pfeiffer, weist die Vorwürfe einer Manipulation beim Aufnahmeverfahren entschieden zurück: "Bei der anonymen Anzeige werden Behauptungen aufgestellt, die von uns in keiner Art und Weise nachvollzogen werden können."

Die im Herbst 2009 durchgeführte interne Revision ergab, dass die Maßnahmen zur Optimierung des Aufnahmeverfahrens erfolgreich umgesetzt wurden. "Wir führen unsere Aufnahmeverfahren am Studiengang 'Journalismus und Public Relations', wie an allen anderen Studiengängen der FH Joanneum, mit höchster Objektivität und Transparenz durch", so Pfeifer, der auch rechtliche Schritte zur Aufklärung des Hintergrunds der Vorwürfe ankündigt.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Staatsanwaltschaft Graz wird in den nächsten Wochen in dieser Sache ermitteln und dann über eine mögliche Anklage entscheiden.
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