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MI | 11.04.2012
Pflege: Krankenschwester behandelt alte Frau (Bild: APA/Barbara Gindl)
SOZIALES
Kein Geld: Pflegeschule muss zusperren
Der Pflegebereich ist eine Berufssparte mit Zukunft. Obwohl qualifiziertes Personal gefragt ist, bangen private Ausbildungsstätten um ihre Existenz. In Graz muss die Pflegeschule des Diakoniewerkes aus Kostengründen schließen.
Die Schule wurde 2005 gegründet.
Ungleichbehandlung von privaten Schulen
Die Leitung der Schule für Sozialbetreuungsberufe des Diakoniewerkes in Graz kritisiert die ungleiche Behandlung von privaten gegenüber öffentlichen Einrichtungen. Direktorin Heidemarie Schrötter kämpft dagegen an - bis jetzt allerdings ohne Erfolg.
Keine öffentlichen Fördergelder
2005 hat Heidemarie Schrötter die Pflegeschule des Diakoniewerkes gegründet und aufgebaut. Zwölf Lehrkräfte haben seitdem zwischen 35 und 40 Pflegekräfte ausgebildet. Das Lehrergehalt kommt zwar vom Bund, öffentliche Fördergelder gab es aber nie.
"Ich fühle mich benachteiligt und alleine gelassen", so Schrötter.
Letzter Lehrgang endet 2011
Im Feburar 2011 endet der letzte Lehrgang, dann wird die Schule geschlossen, sagt Schrötter. Von der Politik fühlt sie sich im Stich gelassen: "Ich fühle mich absolut benachteiligt und alleine gelassen. Man verliert auch den Glauben an die Politiker, die immer wieder betonen, dass sie wissen, dass wir Pflegekräfte brauchen und da stößt es auf Unverständnis, dass man da nichts bekommt."
"Unsere Schüler sind gut ausgebildet", so Schrötter.
Gute Berufsaussichten für Abgänger
Für Schrötter ist die Schließung unverständlich: "Wir haben sehr viele Rückmeldungen bekommen, vor allem im geriatrischen Bereich, also den Pflegeheimen, dass die Schüler wirklich extrem gut ausgebildet sind und die Schüler haben in der Regel im letzten Jahr auch eine fixe Anstellungszusage bekommen."
Ausbildung zur Diplompflegekraft geplant.
Neustart mit der Pflegeschule HIP
Heidemarie Schrötter will aber nicht aufgeben. Parallel zum letzten Ausbildungsjahr in der Pflegeschule des Diakoniewerkes hat sie die Pflegeschule HIP in Graz-Eggenberg gegründet - und die Lehrer der Diakonieschule übernommen. Die erste Ausbildungsschiene startet mit einem Pflegelehrgang. Für die nächsten Monate ist auch eine Ausbildung zur Diplompflegekraft geplant.
Kein Geld für private Anbieter
Aber auch hier gibt es weder für die Schüler noch für die rein private Einrichtung öffentliche Gelder. Vom Grazer Bürgermeister bis hinauf zum Bundespräsidenten habe sie um Förderungen angesucht.

"Wir haben Antworten von jeder Stelle bekommen. Der Bund verweist jedes Mal auf die Stellen des Landes. Der Landeshauptmann verweist auf den Landesrat und der Landesrat hat zurückgeschrieben, dass leider keine Gelder vorhanden sind", so Schrötter.
Kein Geld für private Einrichtungen vom Land.
Land investiere 150 Mio. in Pflegebereich
Aus dem Büro von Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser (SPÖ) wird bestätigt, dass es für private Bildungseinrichtungen keine öffentlichen Fördergelder gibt. Man investiere aber ohnehin jährlich knapp 150 Millionen Euro in den Pflegebereich.
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