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MI | 11.04.2012
Homosexualität (Bild: APA)
SOZIALES
Eingetragene Partnerschaft: Wenig Interesse
Ab 1. Jänner können homosexuelle Paare erstmals eine so genannte "eingetragene Partnerschaft" eingehen. Die zuständigen Behörden in der Steiermark berichten, dass sich das Interesse daran bisher eher in Grenzen hält.
Bürgerämter hatten bisher mit Liebesgeschichten und Heiratssachen kaum etwas zu tun.
Bürgeramt statt Standesamt
Da ihnen der Gang auf das Standesamt immer noch verwehrt bleibt, müssen gleichgeschlechtliche Paare auf die so genannten Bürgerämter ausweichen - doch die Beamten dort hatten bisher mit Liebesgeschichten und Heiratssachen kaum etwas zu tun, sondern beschäftigten sich eher mit Belangen wie Reisepass-Ausstellungen oder Staatsbürgerschaftsnachweisen.

Dass die neue Aufgabe eine große Herausforderung darstellt, bestätigt auch die zuständige Grazer Referatsleiterin, Ursula Leitner: "Viele neue Formulare, neue Gesetzes-Bestimmungen - da muss viel geändert werden."
Ansturm hält sich noch in Grenzen
Wohl nicht zuletzt wegen dieser Anlaufprobleme hielt sich der Ansturm auf die neue Partnerschaftsform bisher offenbar in Grenzen: "Es ist von keinem Ansturm die Rede - lediglich Telefonanrufe, aber noch kein fixer Termin", so Leitner.

Ähnliches berichten auch die steirischen Bezirkshauptmannschaften: Das Interesse sei eben sehr gering, heißt es quer durch's Land.
In der Steiermark rechnen die Homosexuellen-Vereine damit, dass im kommenden Jahr maximal 60 bis 80 Paare von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen werden.
"Behörde muss sich erst schlau machen"
Die Homosexuellen-Vertreter sehen die Sache ein wenig anders: Es gehe nicht um mangelndes Interesse, sagt etwa der Vorsitzende des Grazer Schwulen- und Lesben-Vereines "Rosalila Pantherinnen", Kurt Zernig, "sondern es haben viele Leute die Auskunft bekommen, dass sich die Behörde, die ja bisher nicht zuständig war, erst selbst schlau machen muss".

Dazu kommt, dass in Graz - im Gegensatz zu Wien, Salzburg und Linz - sämtliche Plätze, wo heterosexuelle Paare heiraten dürfen, für gleichgeschlechtliche Partnerschafts-Schließungen ausdrücklich nicht zugelassen sind - das betrifft neben dem Rathaus etwa auch Orte wie das Schloss Eggenberg: "Wenn eine Stadt wie Graz solche Signale setzt, dass man homosexuelle Partnerschaften nicht will, dann darf man sich nicht wundern, wenn sich der Zulauf in Grenzen hält", so Zernig.
2010: 60 bis 80 Partnerschaften zu erwarten
Aufgrund von Erfahrungen in anderen europäischen Ländern rechnen die Homosexuellen-Verbände für 2010 mit österreichweit maximal 800 eingetragenen Partnerschaften - 60 bis 80 davon dürften auf die Steiermark entfallen.
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