Steiermark ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Österreichisches Wörterbuch (Bild: APA/Harald Schneider)
SPRACHE
"Audimaxismus" ist Wort des Jahres 2009
Das Rennen um das österreichische Wort des Jahres 2009 ist geschlagen: "Audimaxismus" hat es vor "Kuschelkurs" und "Ungustlvermutung" an die Spitze geschafft. "Analogkäse" wurde zum Unwort gewählt.
Der Begriff "Audimaxismus" entstand im Rahmen der Besetzung des größten Hörsaals der Universität Wien.
"Ernsthaft über Bildung diskutiert"
Der Begriff "Audimaxismus" entstand im Rahmen der neuen Studentenbewegung, die mit der Besetzung des größten Hörsaals der Universität Wien, des Auditorium maximum (Audimax), begann.

Durch die anhaltenden Proteste sei erstmals seit langem wieder ernsthaft und umfassend über Bildung diskutiert worden, begründete die Fachjury unter der Leitung von Rudolf Muhr von der Universität Graz in Kooperation mit der Austria Presse Agentur (APA) ihr Urteil.

Das Wort selbst stehe zum einen für den Wunsch der Studierenden nach maximaler Verbesserung ihrer Studienbedingungen und zum anderen dafür, bei der Politik Gehör zu finden.
Das besetzte Audimax in der Uni Wien (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Etikettenschwindel "Analogkäse"
Beim "Analogkäse" handelt es sich laut Jury sowohl aus sprachlicher als auch aus sachlicher Sicht um ein Unwort, da es für einen Etikettenschwindel stehe. Das damit bezeichnete Produkt habe mit Käse nichts zu tun, es handle sich um ein Imitat. "Sprachlich wird jedoch aufgrund der deutschen Wortbildungsregeln der Eindruck erweckt, dass es sich doch um Käse handelt", erklärte Muhr.
Auch der Spruch des Jahres steht in Zusammenhang mit der Hochschuldiskussion.
Spruch des Jahres: "Reiche Eltern für alle"
Als Spruch des Jahres wurde "Reiche Eltern für alle" an die erste Stelle gewählt. Auch diese ironisch gemeinte Aussage steht in Zusammenhang mit der gegenwärtigen Hochschuldiskussion und weise darauf hin, dass unser Bildungssystem zu sehr auf den sozialen Status der Eltern ausgerichtet und nicht hinreichend durchlässig sei. Die Absurdität der Forderung verleihe dem Spruch Originalität und Zitatqualität, so die Fachjury.
Unspruch des Jahres: "Alt genug zum Sterben"
"Wer alt genug ist zum Stehlen, ist auch alt genug zum Sterben" - der "Unspruch" des Jahres wurde in Zusammenhang mit dem Einbruch in einen Kremser Supermarkt und dem Tod eines daran beteiligten Jugendlichen in einem Massenmedium kolportiert.

Allein die Tatsache, dass ein solcher Satz in der medialen Öffentlichkeit verwendet wird, verweise auf "ein erschreckendes Ausmaß an Menschenverachtung und das fehlende Rechtsbewusstsein, das sich seit einiger Zeit in manchen Medien ausbreitet", begründeten die Experten um Muhr das Wahlergebnis.
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News