Steiermark ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Milch im Glas (Bild: ORF)
LANDWIRTSCHAFT
IG Milch: Milchproduktion an Markt anpassen
Die EU-Agrarminister wollen 300 Mio. Euro in Europas Milchwirtschaft pumpen, doch für die steirischen Milchbauern ist das der falsche Weg. Die IG Milch fordert einen Systemwechsel und will die Produktion an den Markt anpassen.
300 Mio. Euro für die EU-Milchbauern
Beim Milchgipfel am Montag in Wien einigten sich die Agrarminister von 20 EU-Ländern darauf, mit einem Zusatzbudget von 300 Millionen Euro den Milchbauern unter die Arme zu greifen. Das Geld solle von den Mitgliedsstaaten aufgebracht werden, hieß es. Für Österreich würde das laut Agrarminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) vier bis sechs Millionen Euro an zusätzlicher Belastung bedeuten.
Die steirischen Milchbauern würden jeweils 110 Euro erhalten.
Feldhofer: "Absolut keine Lösung"
Wenn man die 300 Millionen Euro nach den europaweiten Milchliefermengen aufschlüsselt - und wenn das Geld in Direktförderungen der Bauern flöße - würden für den durchschnittlichen steirischen Milchbauern genau 110 Euro herausschauen.

Das sei jedoch nicht so geplant, so Erna Feldhofer von der IG-Milch: "Das ist für mich absolut keine Lösung. Es sind wieder 300 Millionen Euro, die aus Steuergeld aufgebracht werden müssen, wobei bei den Milchbauern nichts Ausschlaggebendes ankommt."
"Wollen Produktion an Markt anpassen"
Es seien bereits 600 Millionen Euro für Interventionen und Exporterstattungen aufgewendet worden, so Feldhofer. Nun sollen weitere 300 Millionen für den gleichen Zweck verwendet werden - das halten die steirischen Milchbauern laut Feldhofer für den falschen Weg: "Wir wollen einen Systemwechsel haben, wir wollen die Produktion einfach dem Markt anpassen, wir wollen wirklich keine Überproduktion mehr machen."
IG-Milch schlägt Probejahr vor
Ob dieses Vorhaben den gewünschten Effekt bringt, solle in einem Probejahr getestet werden, meint Feldhofer: "Unser Vorschlag ist, für das nächste Milchwirtschaftsjahr, das mit 1. April beginnt, ein Probejahr zu machen, damit man wirklich sieht, wie das funktioniert, ob das greift und ob das etwas bringt."
Die Weichen seien richtig gestellt worden, so Wlodkowski.
Landwirtschaftskammer lobt EU-Agrarminister
Anderer Meinung ist man bei der Landwirtschaftskammer: Für Präsident Gerhard Wlodkowski haben die EU-Agrarminister mit den zusätzlichen 300 Millionen Euro die Weichen richtig gestellt. Einerseits solle den Milchbauern aktiv geholfen werden, andererseits habe man sich erstmals übereinstimmend für eine Milchquotennachfolgeregelung ausgesprochen.
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News