Steiermark ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Tabletteneinnahme (Bild: ORF)
SOZIALES
Tabuthema Suizid soll gebrochen werden
Die Suizid-Problematik steht im Mittelpunkt der Schwerpunkttage des Vereins "Verwaiste Eltern" von 10. bis 13. September in Graz. Bei der Veranstaltung soll das Tabuthema Suizid aufgegriffen und öffentlich besprochen werden.
Suizid zweithäufigste Todesursache
Suizid ist - nach dem Unfall - die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen. Und es handelt sich dabei um ein Thema, das in der Öffentlichkeit nicht gerne besprochen wird. Dies zu ändern, ist ein Anliegen des Vereins "Verwaiste Eltern" in Graz.
Um mit den Ereignissen fertig zu werden, werden diese oft verdrängt.
"Erinnert an die eigene Sterblichkeit"
Das Thema Suizid werde deswegen oft gemieden, weil Selbstmord Angst macht, meint Hanna Caspaar vom Verein "Verwaiste Eltern": "Suizid erinnert an die eigene Sterblichkeit und möglicherweise an den freien Willen des Menschen, an die eigene Suizidalität. Um damit fertig zu werden, wird es verdrängt oder verschwiegen", so Caspaar.
Angehörige werden oft gemieden
Die Folgen dieses Schweigens sind mannigfaltig: "Angehörige jener Menschen, die Suizid begangen haben, werden auch diskriminiert und gemieden, weil man die Angst vor diesem Thema abbauen will", erklärt Kaspar.
Druck kommt oft aus dem Elternhaus und aus der Schule.
Angst und Druck als Ursachen
Angst und Lebensdruck seien allerdings auch oft die Ursachen für die Verzweiflungstat, meint Kriseninterventionsexperte Eduard Hamedl: "Ich habe bei meinen Gesprächen mit suizidgefährdeten Jugendlichen festgestellt, dass manchmal Druck aus dem Elternhaus kommt. Außerdem kommt Druck aus der Schule und - bei Erwachsenen - aus dem Beruf. Ein Grund ist auch die Vereinsamung", so Hamedl.
Sadilek: "Psychotherapie auf Krankenschein"
Ebenfalls sei die finanzielle Gleichstellung der Behandlung von körperlichem und seelischem Leid wichtig, betont Alexander Sadilek vom Landesverband für Psychotherapie. Er fordert "Psychotherapie auf Krankenschein, genauso wie es im ASVG vorgesehen ist, nämlich der ärztlichen Behandlung gleichgestellt. Und das für jedermann, aber zunächst einmal als Sofortmaßnahme für Jugendliche und deren Familien."
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News