Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Mann in Lederhosen (Bild: Fotolia/Anja Liefting)
BUNTES
Strafe für Furz: "Gefährdung der Sicherheit"
Ein kurioser Fall sorgt in der Steiermark für Verwunderung: Ein 20-Jähriger wurde zu einer Strafe von 50 Euro verurteilt, weil er bei einem Zeltfest einen Furz gelassen haben soll. Damit hat er gegen das Landessicherheitsgesetz verstoßen.
Der Furz habe bei den Anwesenden zu großem Gelächter geführt.
Während Amtshandlung Furz gelassen
Zu dem folgenschweren Vorfall war es Ende Juli bei einem Zeltfest in Frohnleiten gekommen. Der 20-Jährige stand bei einer Amtshandlung nach einer Rauferei neben den Beamten.

Was dann passierte, klingt im Amtsdeutsch der Anzeige so: "Sie haben einer Amtshandlung der Polizei als Unbeteiligter beigewohnt und neben den Beamten und den beteiligten Personen einen Darmwind (Furz) gelassen, was unter den Anwesenden zu großem Gelächter geführt hat."
Auszug aus der Strafverfügung
Anwälte sprechen vom "Anstandsparagrafen".
Verstoß gegen Landessicherheitsgesetz
Der Steirer habe die Amtshandlung durch den Furz ins Lächerliche gezogen, heißt es von der Polizei in Frohnleiten: "Er hat demonstrativ einen fahren gelassen".

Der junge Mann hat damit die steirische Sicherheit gefährdet, denn er hat gegen Paragraf 2 des Steiermärkischen Landessicherheitsgesetzes - den, wie Anwälte erzählen, umstrittenen "Anstandsparagrafen" - verstoßen.
"Paragraf als Handhabe gegen Stinkefinger".
"Ein Furz kommt einem aus"
Ein Grazer Anwalt sagt, dass dieser Paragraf geschaffen wurde, "damit die Polizei eine Handhabe hat, wenn man ihr etwa den Stinkefinger zeigt". "Während der Stinkefinger absichtlich gezeigt wird, kommt einem der Furz aber aus", so der Grazer Anwalt weiter, der den jungen Steirer gerne gegen die BH Graz-Umgebung vertreten hätte.
"Täter" wollte Strafe im Stillen bereinigen
Der "Täter" allerdings wollte keinen großen Wind um die unangenehme Sache machen und zahlte die 50 Euro Strafe - ohne einen Anwalt einzuschalten.
Haftstrafe drohte
Er habe aus Angst gezahlt, berichtete er am Dienstag dem ORF-Fernsehmagazin "konkret". Da der Mann einen Tag im Gefängnis sitzen hätte müssen, falls er die Strafe nicht beglichen hätte, zahlte er. Ins Gefängnis habe er wegen eines Furzes nicht gewollt, so der Steirer.
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