Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Gemeindeverschmelzung (Bild: ORF)
BRENNPUNKT
Fünf Gemeinden planen Weststeirer City
Die weststeirischen Gemeinden Voitsberg, Köflach, Bärnbach, Maria Lankowitz und Rosental wollen sich zu einer Stadt zusammenschließen. Stimmt die Bevölkerung zu, könnte die zweitgrößte Stadt der Steiermark entstehen.
Voitsberg, Köflach, Bärnbach, Maria Lankowitz und Rosental wollen sich zusammentun.
Aus fünf mach eins
Gemeinsam statt einsam: Immer mehr Gemeinden arbeiten in Zeiten der Krise enger zusammen. Das reicht von der gemeinsamen Müllentsorgung bis zu den Kindergärten. In der Weststeiermark geht eine Initiative aber noch weiter: Voitsberg, Köflach, Bärnbach, Maria Lankowitz und Rosental wollen sich zu einer einzigen, gemeinsamen Gemeinde zusammentun.
Meixner: "Bringt mehr Einnahmen"
Dem Voitsberger Bürgermeister Ernst Meixner und dem Obmann der regionalen Wirtschaftskammer, Peter Kalcher, schwebt ein Projekt namens "Weststeirer City" vor. "Im Grunde ist die aktuelle finanzielle Situation aller Gemeinden sehr angespannt. Ein gemeinsames Paket bringt natürlich auch mehr Einnahmen, mehr politisches Gewicht und damit mehr Möglichkeiten für die Bevölkerung", so Bürgermeister Meixner.
Größte Zusammenlegung im Jahr 1938
Die bisher größte Gemeindezusammenlegung gab es 1938 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten: Damals wurden die Orte Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Mariatrost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang in Graz eingemeindet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Steiermark außerdem das erste Bundesland, in dem es zu größeren Gemeindezusammenlegungen gekommen war. 1945 gab es in noch 1.004 Gemeinden, heuer sind es 542.
Eine Zusammenlegung brächte viele Vorteile, meinen die Verantwortlichen.
KMUs sind für Weststeirer City
Und es könnten noch weniger werden: 1.700 Klein- und Mittelbetriebe (KMU) wurden befragt; 75 Prozent davon sind für eine Weststeirer City. Die Vorteile liegen, so sagen die Visionäre, auf der Hand:

"An die sechs Millionen Euro mehr Bedarfszuweisungen würden die Gemeinden erhalten. Außerdem ein gemeinsames koordiniertes Vorgehen für neue Betriebsansiedelungen und natürlich auch die gemeinsame Flächenwidmung und Flächenausweisung des Kernraumes", so Peter Kalcher von der Wirtschaftskammer.
Der Rosentaler Bürgermeister bleibt skeptisch.
30.000 Einwohner
Mit einem Schlag würde mit Voitsberg, Bärnbach, Rosental, Köflach und Maria Lankowitz die zweitgrößte Stadt der Steiermark entstehen - mit 30.000 Einwohnern. Jedoch gibt man sich in der Gemeinde Rosental an der Kainach noch skeptisch: "Ich bin für eine enge Zusammenarbeit, aber nicht für die Zusammenlegung, weil die Bürger doch meinen, dass sie mehr in der Anonymität verschwinden", erklärt Bürgermeister Franz Schriebl.
Entscheidung im Oktober
Die Bevölkerung soll nun im Oktober entscheiden, ob die Weststeirer City Wirklichkeit wird oder nicht. Gemeindezusammenlegungen sind durchaus sinnvoll, vor allem wenn es ums Geld geht, betont Erwin Dirnberger vom Gemeindebund. Jedoch: "Wenn es generell in der Steiermark durchgeführt wird, dann schwindet dieser Vorteil. Das passiert deswegen, weil die Finanzmasse, die auf die Steiermark aufgeteilt wird, ja nicht größer wird."
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