Steiermark ORF.at
wetter.ORF.at
DI | 14.02.2012
Schülerstreik in Graz (Bild: ORF)
BILDUNG
1.500 Schüler demonstrierten in Graz
Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hat mit ihren aktuellen Plänen auch die Schüler gegen sich aufgebracht. In Graz beteiligten sich am Montag 1.500 Schüler aus der ganzen Steiermark an den österreichweiten Protesten.
Transparente, Megaphone und Trillerpfeifen
Mit Transparenten, Megafonen und Trillerpfeifen ausgerüstet, protestierten am Vormittag rund 1.500 Schüler aus der ganzen Steiermark in der Grazer Innenstadt: Einerseits die ÖVP-nahe Schülerunion und andererseits ein aus linken Jugendorganisationen bestehendes "Bündnis gegen Bildungsabbau".
Öffentlicher Verkehr fast lahmgelegt
Der Effekt am Rande: In der Herrengasse stapelten sich fast die Straßenbahnen, der öffentliche Verkehr wurde durch die Protestzüge beinahe lahmgelegt.
"Wir wollen uns nicht mit den Lehrern solidarisieren", so Stadtschulsprecher Thier.
"Die Schüler sind die Opfer"
"Wir sind die Opfer, nicht die Lehrer, die Schüler sind die Opfer", riefen die Schüler. In ihrer Ablehnung gegen die geplante Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung waren sich die Demo-Gruppen einig.

"Wir wollen uns nicht solidarisieren mit den Lehrern, jedoch sehen wir in der Lehrermehrarbeit eine dramatische Qualitätsverschlechterung an den AHS und BMHS. Es kann nicht sein, dass ein Prestigeprojekt wie die Neue Mittelschule gefördert wird, zugleich aber die AHS und die BMHS - zwei Langformen, die schon große Erfolge erzielt haben - auf der Strecke gelassen werden", konkretisierte Stadtschulsprecher Gernot Thier die Forderungen der Schülerschaft.
Schülerstreik in Graz (Bild: ORF)
"Wir woll'n den Voves seh'n"
Geschlossen marschierten die Streikenden in Richtung Burg und forderten dort vor geschlossenen Türen lautstark das Erscheinen von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ): "Wir woll'n den Voves seh'n". Der Landeshauptmann ließ sich allerdings nicht hinter den Burgmauern hervorlocken, nahm aber am Rande der Regierungssitzung Stellung zu den Streiks.
Schmied wolle den Schülern mehr Qualität bei der Ausbildung anbieten, so Voves.
Voves versteht Demos nicht
Dabei versuchte er eine Lanze für SPÖ-Bildungsministerin Schmied zu brechen: "Was ich nicht ganz verstehen kann, dass man gegen eine Ministerin demonstriert, die versucht den Schülerinnen und Schülern noch mehr Qualität anzubieten in der individuellen Ausbildung des Einzelnen. Also noch mehr Chancen auf den Weg zu geben."
Voves empfing Schülerunion.
"Wir streiken, aber warum wissen wir nicht"
Später empfing Voves dann eine Delegation der Schülerunion, die ihm eine Resolution überreichte. Voves erklärte sich bereit, ihre Resolution an die Bildungsministerin weiterzuleiten.

Wobei einigen Schülern offenbar nicht ganz so klar war, wofür oder wogegen überhaupt gestreikt wurde: "Wir streiken gegen die Schmied", sagte ein Schüler. Ein anderer betonte: "Wir wollen mehr Geld haben für die Bildung". "Wir streiken gegen die zwei Stunden mehr, aber warum wissen wir nicht", so zwei Schülerinnen.
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News