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MI | 11.04.2012
Fluss mit Kraftwerk (Bild: ORF)
UMWELT
EU gibt steirischen Flüssen schlechte Note
Steirische Flüsse haben ihre Naturnähe verloren - eine Überprüfung des Landes nach EU-Richtlinien bescheinigt dem Großteil der heimischen Flüsse nur eine mäßige Qualität. Schuld daran sind zu viele Verbauungen und Kleinkraftwerke.
60 Prozent der Flüsse schnitten bei der Überprüfung nur mäßig ab, zehn Prozent schlecht.
Ausgezeichnete Wasserqualität
An der Wasserqualität der heimischen Flüsse wird nicht gerüttelt - sie ist nach wie vor ausgezeichnet. Dennoch haben 60 Prozent der heimischen Flüsse bei einer Überprüfung nach EU-Maßstäben nur mäßig abgeschnitten, weitere zehn Prozent unbefriedigend bis schlecht.
"Jetzt ist die Ökologie im Vordergrund", betont Seitinger.
Kritik an Regulierungsmaßnahmen
Kritisiert werden vor allem die Regulierungsmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte. "Wir haben natürlich im 20. Jahrhundert unseren Fokus auf die Regulierung und die energetische Nutzung beim Kraftwerksbau gelegt. Da sind wir jetzt auf einer ganz anderen Ebene unterwegs - jetzt ist die Ökologie im Vordergrund", sagt der zuständige Landesrat Johann Seitinger (ÖVP).
Vor allem auf die Durchgängigkeit für Fische soll mehr geachtet werden.
Kostspieliger Rückbau der Kraftwerke
Seit Jahren bereits werden in der Steiermark Flüsse in Verbindung mit Hochwasserschutz kostspielig wieder rückgebaut - derzeit wird an 15 Projekten gearbeitet. "Ein wichtiger Punkt dabei ist, die Durchgängigkeit für Fische zu erreichen. Hier wird danach getrachtet, dass Sollabstürze, Wanderungshindernisse für die Fische rückgebaut oder entfernt werden", betont Rudolf Hornig, der Leiter Schutzwasserwirtschaft des Landes Steiermark.

In stark verbauten Bereichen in städtischen Räumen oder in Kraftwerksabschnitten sei der Rückbau zwar eingeschränkt, aber es gebe grundsätzlich überall Möglichkeiten, das ökologische Potenzial der Flüsse zu verbessern, so Hornig.
140 Mio. vom Land für Renaturierung
Den Flüssen soll wieder Raum gegeben werden. Bis spätestens 2026 sollen sie den EU-Kriterien entsprechen. 140 Millionen Euro investiert das Land Steiermark in den kommenden Jahren.
Strengere ökologische Auflagen für neue Kraftwerke.
Förderung für Umbau von Kleinkraftwerken
Umbauten von Kleinkraftwerken werden gefördert: "Die Regulierungen werden hier bis zu 90 Prozent seitens des Umweltförderungsgesetzes gefördert. 30 Prozent geben wir an Förderungen für Fischaufstiegshilfen", sagt Landesrat Seitinger.

Bei Kraftwerksneubauten werde ohnehin bereits strengen ökologischen Auflagen Rechnung getragen.
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