Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Cobra-Einsatz in St. Marein (Bild: APA/Leodolter)
St. Marein
Weiter kein Ende der Geiselnahme
Bei der mutmaßlichen Geiselnahme in St. Marein im Mürztal ist weiterhin kein Ende in Sicht: Ein Obersteirer droht seit Mittwochvormittag damit, sich in die Luft zu sprengen; auch soll er eine Geisel genommen haben.
Obersteirer droht, Gasflaschen in die Luft zu jagen.
54-jähriger Schweißer aus St. Marein
Der 54-jährige Schweißer aus St. Marein hat sich in seiner Wohnung in einem Mehrparteienhaus verschanzt; bei der Geisel soll es sich um eine Autostopperin aus Deutschland handeln

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Außer den beiden Personen befindet sich laut Polizei niemand in dem Haus.
Man habe zwar noch immer keine Bestätigung in Form eines Gesprächs mit dem Opfer, sagt Alexander Gaisch von der Sicherheitsdirektion Steiermark, doch man müsse davon ausgehen, dass er die Frau bei sich in der Wohnung hält.
Prozess verloren - "Gerechtigkeit" gefordert
Der Geiselnehmer fühlt sich nach einer Jahre zurückliegenden Verurteilung wegen gefährlicher Drohung ungerecht behandelt. Er sei diesbezüglich unschuldig und wünsche eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Er fordert ein Gespräch mit einer hohen Persönlichkeit von Polizei oder Justiz; er wolle "Gerechtigkeit" für seine Sache, so der 54-Jährige zur Polizei.
In diesem Haus hat sich der Mann verschanzt. (Bild: APA/Leodolter) Mann wollte jemanden kidnappen
Die Geiselnahme hatte laut Polizei bereits um 8.00 Uhr begonnen, die Cobra-Einsatzgruppe Süd ist seither im Großeinsatz. Aus den Aussagen des Mannes gegenüber der Polizei ging hervor, dass er eigentlich eine andere Person kidnappen hätte wollen, was allerdings nicht funktioniert haben soll.

Deutsche Autostopperin Zufallsopfer
Stattdessen soll er die Deutsche im Auto mitgenommen haben - der Polizei zufolge wollte die Frau nach Griechenland trampen. Der 54-Jährige sorge aber gut für sie und wolle niemandem etwas tun, so der Mann gegenüber der Polizei.

Droht, Gasflaschen explodieren zu lassen
Einem Bekannten trug er auf, bei der Polizei zu deponieren, dass man das Haus nicht stürmen möge, da er sonst Gasflaschen zur Explosion bringe. Die Polizei nimmt die Drohung auf Grund der beruflichen Ausbildung jedenfalls ernst, so Gaisch: "Es ist ihm auch zuzutrauen".
Bekannten des 54-Jährigen zur Folge hatte er schon länger Probleme bei Gerichten und mit Behörden - das dürfte sich aufgestaut haben, heißt es von der Polizei.
Am Mittwoch ging im Büro von Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) ein Schreiben ein, das als "brisant" beurteilt wurde.
"Verworrener" Brief an Franz Voves
Der mutmaßliche Geiselnehmer schickte zudem an verschiedene Adressaten - so auch an Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) - einen mehrseitigen handgeschriebenen Brief.
"Daraus geht hervor, dass er sich ungerecht behandelt fühlt und er von höchster Stelle gehört werden und die Dinge aufgeklärt haben will", erläuterte Gaisch. Gleichzeitig habe der Verfasser auch die indirekte Drohung ausgesprochen, etwa in der Form "Gott möge ihm verzeihen, sollte er gezwungen sein, Polizisten zu töten" - eine Passage, die er später wieder relativierte, so der Behördensprecher.
Bisher kein Kontakt zur Geisel.
Verhandler: Gute Gesprächsbasis
Die Verhandlungsgruppe Süd sei jedenfalls in ständigem Kontakt mit dem Obersteirer: "Er ist interessiert, mit uns zu kommunizieren", so Gaisch; Kontakt zur Geisel habe man bisher aber nicht gehabt. Eine Stürmung des Hauses ist laut Polizei momentan nicht angedacht: Man wolle mit dem Mann verhandeln, die Gesprächsbasis sei gut.
Seniorenheim gegenüber evakuiert
Der Bereich um das Wohnhaus wurde großräumig evakuiert; auch ein Seniorenheim auf der anderen Straßenseite musste geräumt werden: Die 45 zum Teil bettlägrigen Senioren und das Pflegepersonal wurden zunächst im Kindergarten versorgt und dann in andere Pflegeheime gebracht.
Ganz Österreich
Steiermark News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News