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Geschichte |
21.11.2008 |
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Wie die wichtigen Nazis flüchten konnten
Der Historiker Gerald Steinacher hat auf einer Tagung in Graz die Fluchtwege hochrangiger Nazis nachgezeichnet. Die damaligen Fluchthelfer: das Rote Kreuz, der US-Geheimdienst und die katholische Kirche.
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Der Grazer Bischof Alois Hudal war maßgeblich an der Nazi-Flucht beteiligt. |
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Eichmann und Mengele
Der Tiroler Zeithistoriker befasste sich in seiner Habilitationsschrift mit der Rolle Südtirols als Schlupfloch für flüchtende Kriegsverbrecher wie Adolf Eichmann oder Josef Mengele. Wie diese Nazis flüchten konnten, erklärte Steinacher am Freitag im Rahmen der achten Arbeitstagung des "Austrian Center for Intelligence, Propaganda und Security Studies" (ACIPPS) in Graz.
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Empfehlungsschreiben aus dem Vatikan ermöglichten laut Steininger die Flucht. |
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Pässe vom Roten Kreuz
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs versteckten einige Südtiroler Gemeinden führende Nationalsozialisten teils jahrelang und verschafften ihnen neue Identitäten. Dadurch konnte beim Internationalen Roten Kreuz ein Pass für die Ausreise beantragt werden.
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Grazer Bischof half bei der Flucht
Der Massenansturm von Flüchtlingen überforderte das Rote Kreuz. Es kam zu massivem Missbrauch, unter anderem durch Empfehlungsschreiben der im Vatikan angesiedelten "Päpstlichen Hilfsstelle".
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Einige nationale Untersektoren dieser Hilfsstelle - so auch die österreichische Sektion unter dem Grazer Bischof Alois Hudal - gaben Kriegsverbrechern taxfrei die benötigten Empfehlungsschreiben und waren so massiv im "Nazischmuggel" involviert, so Steinacher. Hudal verstand sich laut Steinacher stets "als Brückenbauer zwischen Nationalsozialismus und Katholischer Kirche".
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Amerikanische Geheimdienste ließen die Nazis bewusst entkommen. |
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Entnazifizierung durch Taufe
Für die kirchliche Hilfe mussten die Täter durch eine Wiedertaufe ihre Reue bekunden - der Tiroler Zeithistoriker bezeichnete diese Vergebungspolitik als "Entnazifizierung durch Taufe". Auf den so genannten Rattenlinien gelangten die Kriegsverbrecher dann nach Südamerika.
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US-Geheimdienste als Mitwisser
Amerikanische Geheimdienste wussten bereits früh von diesen "Rattenlinien". Sie versuchten aber nicht, sie zu unterbinden, sondern nutzten die Fluchtwege, um eigene Geheimagenten aus Europa zu schleusen, die von einer Aufdeckung bedroht wurden.
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Gesellschaft für Geheimdienst-Studien
Das Kompetenzzentrum ACIPSS, das die Tagung veranstaltete, wurde 2004 an der Universität Graz gegründet und befasst sich sich mit den Problemkreisen Intelligence, Propaganda und Sicherheit. Träger des Zentrums ist die Österreichische Gesellschaft für Geheimdienst-, Propaganda- und Sicherheitsstudien (ÖGGPS).
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oe1.ORF.at
Sie wollen nicht verstummen, die Legenden um das angeblich geheime SS-Netzwerk "Odessa", das hochrangigen NS-Verbrechern nach dem Krieg zur Flucht nach Südamerika verholfen haben soll. Simon Wiesenthal war es, der den Mythos von "Odessa" Ende der 1960er Jahre in die Welt gesetzt hat. Die SS als weltweit agierende Untergrundorganisation, die auch nach dem Krieg noch über enormen Einfluss und unerschöpfliche Finanzmittel verfügte.
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