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MO | 13.02.2012
Sessel. (Bild: APA)
Aktion
"Sesselmeer" in der Grazer Innenstadt
Mitten in Grazer ist am Freitag ein Sesselmeer zu sehen gewesen. Hilfsorganisationen wollten damit ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass Asylwerber, die seit mehr als fünf Jahren in unserem Land leben, bleiben dürfen.
250 Stühle
Etwa 250 Stühle standen am Freitag mitten auf dem Tummelplatz - Plastiksessel, Klapp- und Bürosessel in allen Farben und Formen. Menschenrechts- und kirchliche Organisationen organisierten die Aktion.
Glanzer: "Wir möchten ein Zeichen setzen, dass es Platz gibt, dass die Leute hier auch Platz nehmen dürfen."
"Es gibt Platz in diesem Land"
"Wir wollen zeigen, es gibt Platz in diesem Land. Es gibt Menschen, die sind hierher gekommen und zwar nicht freiwillig, sondern sind geflüchtet vor Krieg, vor Armut. Und wir möchten ein Zeichen setzen, dass es Platz gibt, dass die Leute hier auch Platz nehmen dürfen", sagt Edith Glanzer, vom Flüchlingshilfsverein Zebra.
Schicksale in Zahlen
Österreichweit sind mehr als 31.000 Asylverfahren anhängig, etwa 3.000 Asylwerber warten schon über fünf Jahre auf die Entscheidung, ob sie bleiben dürfen, oder nicht.
Asylverfahren zeitlich einschränken
Die Asylverfahren müssten ein "begrenztes Datum" haben, fordert der Superintendent der Diözese Steiermark, Hermann Miklas: "Wenn man in fünf Jahren nicht klären kann, ob jemand zu Recht hierher gekommen ist, oder nicht, dann sollte man im Zweifelsfall für den Antragsteller sein."
Küberl: Die Landeshauptleute sollen die endgültige Entscheidung treffen, nicht der Innenminister.
"Keine Gnadenentscheidung"
Das fordert auch Caritas-Präsident Franz Küberl. Es könne nicht sein, dass Asylwerber ewig in der Warteschleife sind und letztendlich "ins Nichts abgewiesen" werden.

Entscheiden sollte das künftig nicht mehr der Innenminister, so Küberl: "Die Landeshauptleute sind die richtige Ebene für die endgültige Entscheidung, ob jemand bleiben darf. Sie sind näher an den Gemeinden und Bürgerinnen und Bürgern dran. Das ist keine Gnadenentscheidung, es gibt ganz präzise Kriterien, nach denen er entscheiden kann."
Die Mühlen mahlen langsam
Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) ließ im Zuge der Diskussion um die Abschiebung Arigona Zogajs alle Fälle in der Steiemark aufarbeiten. 26 Anträge auf Bleiberecht leitete er im Dezember des Vorjahres an das Innenministerium weiter, vier davon wurde bis jetzt bewilligt.
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