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SO | 12.02.2012
Schnellstraße (Bild: ORF)
Verkehr
Bürgerinitiativen wehren sich gegen S37
Zwischen Judenburg und Scheifling wird bis 2012 die Murtalschnellstraße (S36) vierspurig ausgebaut; daran soll bis Klagenfurt die S37 ebenfalls vierspurig anschließen - und gegen diese Schnellstraße laufen die Anrainer Sturm.
Unter dem Titel "Transit-Gipfel" wurde am Dienstag in St. Marein/Neumarkt eine Bürgerversammlung abgehalten.
Zwischen Judenburg und Klagenfurt bildeten sich bereits 16 Bürgerinitiativen, die sich in der Steiermark und Kärnten zu Plattformen zusammenschlossen.

Bessere Verbindung Wien-Klagenfurt
Die neue vierspurige S37 würde eine 36 Kilometer kürzere Verbindung zwischen Wien und Klagenfurt bieten als die Südautobahn (A2), die Strecke hätte weniger Steigungen, und für Laster würde weniger Maut anfallen, betonen die Sprecher der Bürgerinitiativen. Sie befürchten, dass das Murtal zur Transitschneise wird, wenn die S37 gebaut wird.
"Angst, massiv Lebensqualität zu verlieren"
Der Sprecher der Plattform "S37 - Nein Danke", Johann Stocker, sagt: "Das ist die Angst, dass wir massiv an Lebensqualität verlieren. Das ist nicht nur die kleinstrukturierte Wirtschaft, sondern auch die Landwirtschaft, die darunter leiden wird, es ist der sanfte Tourismus, der sich bei uns in der Region sehr gut entwickelt hat. Tourismusregionen wie Mariahof oder Zeutschach können wahrscheinlich ihre Fremdenverkehrsprospekte einstampfen, wenn es zu einer Transitroute kommt".
Die neue S37 befindet sich noch in der Planungsphase; Anrainer befürchten eine Verdopplung des Durchzugs-Verkehrs.
Edlinger-Ploder will klärendes Gespräch
Die Bürgerinitiativen wollen den Bau der S37 von Scheifling nach Klagenfurt verhindern. Die steirische Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) will sich in allernächster Zeit mit den Gemeindevertretern treffen: "Das Land Steiermark hat sich 20 Jahre dafür eingesetzt, dass eine Straße gebaut wird. Jetzt geht es auch um die Frage, ob es nur darum geht, wie sie gebaut wird, wohin sie gebaut wird, oder ob es wirklich die Kräfte sind, die sagen, sie brauchen keine Straße mehr, und sie wollen etwas ganz anderes".

Gebaut würde die Straße ohnehin nicht von den Ländern Steiermark und Kärnten, sondern vom Bund und zwar frühestens ab 2015, so Edlinger-Ploder.
Grüne: 50.000 Fahrzeuge pro Tag
Die steirischen Grünen lehnen die geplante Schnellstraße vehement ab. Die vierspurige Straße würde durch den Naturpark Grebenzen führen und eine Belastung von bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Tag bringen, so der Grüne Verkehrssprecher, Lambert Schönleitner. Er will neben dem Ausbau der Murtal-Schnellstraße auch die Ennstal-Schnellstraße und die Fürstenfelder-Schnellstraße stoppen.
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