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MO | 13.02.2012
Kinder raufen miteinander (Bild: APA)
Projekt "Faustlos"
Konfliktlösung auf dem Stundenplan
80 Prozent der österreichischen Schüler und Lehrer sind mit Gewalt an der Schule konfrontiert. In der Steiermark startet im Herbst in 35 Volksschulen das Projekt "Faustlos" zur Gewaltprävention. Volksschüler sollen lernen, mit Ärger und Wut umzugehen.
Der neue Gegenstand steht einmal pro Woche auf dem Stundenplan.
Neben Schreiben, Lesen und Rechnen werden dutzende Volksschulkinder ab Herbst auch Konfliktlösung im Stundenplan stehen haben. Dieser Gegenstand wird einmal pro Woche unterrichtet - von der 1. bis zur 3. Klasse.
Kinder sollen lernen, den "Gegner" zu verstehen.
Kinder sollen soziales Verhalten lernen
Die Kinder sollen soziales Verhalten lernen, etwa durch Rollenspiele oder Diskussionsrunden, sagt Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz: "Das ist ein Thema, mit dem man sich nicht früh genug beschäftigen kann, dass man Probleme nicht einfach mit der Faust oder Watschn erledigt, sondern dass man versucht, Kindern die Möglichkeit zu geben, sich diesem Thema ent-emotionalisiert zu nähern und versucht den anderen, den 'Gegner' zu verstehen".
"Probleme entstehen meistens außerhalb"
Die Schule sei ein Teil der Gesellschaft und bekomme somit immer neue Aufgaben übertragen - mit Gewalt an Schulen fertig zu werden, sei eine dieser Aufgaben, so Erlitz: "Die Probleme entstehen ja nicht in der Schule, diese Probleme entstehen ja meistens außerhalb - im Elternhaus oder im Freundeskreis - und werden in die Schule hineingetragen. Und damit muss sich die Schule jetzt beschäftigen, eigentlich mit Themen, wo gar nicht sie der Auslöser ist".
Lehrer unterrichten Konfliktlösung
Beim Projekt "Faustlos" werden die Kinder nicht von Psychologen, sondern von ihren Lehrern unterrichtet. Die Lehrer erhalten im Juni eine diesbezügliche Ausbildung. Die Lehrmaterialien, etwa Fotos und Unterlagen für Rollenspiele, sind in einem Koffer verpackt - ein solcher "Faustlos"-Koffer kostet 1.000 Euro.
"Gute Erfahrungen in anderen Bundesländern"
Die Gesamtkosten von 35.000 Euro für dieses Projekt übernimmt das Bildungsministerium. "Faustlos" gibt es bereits in mehreren Bundesländern; man habe gute Erfahrungen damit gemacht, betont Erlitz.
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