|
|
 |
 |
Karlau und Jakomini |
18.03.2008 |
|
|
|
|
Wirbel um Gefängnis-Callcenter
Die Callcenter der Justizanstalten Karlau und Jakomini sorgen nach eineinhalb Jahren Betrieb noch immer für Aufregung: Jüngster Streitpunkt sind angeblich unlautere Geschäftsmethoden der für eine Privatfirma anrufenden Häftlinge.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Insassen "müssen betrügen"
Laut Personalvertreter Christian Sikora beschwerten sich schon Insassen, dass sie im Callcenter "betrügen müssen" - seitens des Justizministerium wies man die Vorwürfe zurück: "In den Callcentern herrschen strenge Regeln", so Thomas Geiblinger aus dem Büro von Justizministerin Maria Berger (SPÖ).
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Bedenken werden zurückgeschmettert"
Der Dienststellenausschuss in der Karlau habe schon öfter Bedenken wegen der Methoden im Callcenter vorgebracht, so Sikora. Diese seien aber von der Anstaltsleitung stets wegen des "wirtschaftlichen Vorteils" zurückgeschmettert worden.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Insassen "müssen Verbotenes tun"
So würden Kunden ohne Zustimmung für Werbezwecke angerufen - was sowohl in Österreich als auch in Deutschland verboten ist. Außerdem müssten die Insassen falsche Namen angeben und behaupten, sie würden aus Deutschland anrufen. Beim Kunden solle der Eindruck erweckt werden, dass die Deutsche Telekom anrufe, meinte der Beamte, der selbst schon Gespräche verfolgt haben will.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Fragwürdige Methoden
Die Methoden, welche die rund zehn als Telefonisten tätigen Häftlinge für eine Telefonfirma anwenden müssten, seien mehr als fragwürdig.
Im Prinzip habe der Häftling die Möglichkeit, Namen und Telefonnummer von "empfänglichen" Gesprächspartnern weiterzugeben oder nach der Entlassung selbst - für welche Zwecke auch immer - zu verwenden, so Sikora.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Verkaufsgenies mit einschlägiger Erfahrung"
Gesucht werden für die Telefonate in erster Linie "Verkaufsgenies mit einschlägiger Erfahrung", so Sikora. Das seien zumeist jene Insassen, die ohnehin schon wegen Betrügereien im Gefängnis seien. Sie könnten im Callcenter ihr "Handwerk" nicht nur perfektionieren, sondern auch Tipps untereinander austauschen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Stimmt alles nicht"
"Stimmt alles nicht", hieß es hingegen aus dem Justizministerium. Die Insassen würden genau ausgesucht und dürften lediglich Anbahnungsgespräche führen - alle Telefonate würden zusätzlich aufgezeichnet.
Laut Geiblinger sei natürlich nicht auszuschließen, dass unter den Telefonisten auch Betrüger seien. Im Vorgehen des Personalvertreters ortet er aber ein "persönliches Match" mit der Anstaltsleitung, das auf dem Rücken der Dienstnehmer ausgetragen werde.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|