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MO | 13.02.2012
FH Joanneum Graz (Bild: FH Joanneum)
standortverlegungen
FH Joanneum steht gröberer Umbau bevor
Die FH Joanneum steht vor einschneidenden strukturellen Veränderungen. Die 30 Studiengänge werden in vier Fachbereiche zusammengefasst. Damit verbunden sind auch Standortverlegungen, wogegen sich bereits Widerstand regt.
Der FH Joanneum, die inzwischen Hochschulstatus hat und von der Landesregierung in einem Rahmenplan bis 2010 die Aufgabe der "nachhaltigen Konsolidierung" bekommen hat, stehen gröbere Änderungen ins Haus.
Umstellung auf Bakkalaureat und Master
Zum einen wird sukzessive vom Diplom- auf Bakkalaureats- und Masterstudien umgestellt und werden die derzeit 30 Studiengänge in vier Fachbereiche zusammengefasst, zum anderen kommt es zu inhaltlichen Korrekturen sowie Standortverlegungen, von denen etwa zehn Prozent der 3.000 Studierenden betroffen sein werden, erklärte am Mittwoch die Geschäftsführung im Verein mit Bildungslandesrätin Bettina Vollath (SPÖ).
"Notwendige neue Ausrichtung"
Die Zusammenfassung der Studiengänge entspreche dem Fakultätsprinzip und gebe die Möglichkeit, die Bereiche in eine bestimmte Richtung weiterzuentwickeln, sagte Vollath.

Die Qualität der Fachhochschulen sei es gerade, flexibel auf die Bedürfnisse des Marktes zu reagieren. Diese "notwendige neue Ausrichtung" schlage sich in inhaltlich wie in der Organisation innerhalb der drei Standorte Graz, Kapfenberg und Bad Gleichenberg nieder und sei in einem "partizipartorischen Prozess" erfolgt.
Betroffene Studiengänge
Der Fachbereich "Leben & Umwelt" vereint am Standort Graz bauwirtschaftliche und soziale Studiengänge, wobei "Infrastruktur/ Urban Technologies" die Klammer bilden sollen. In Graz und Kapfenberg wird der Bereich "Internationale Wirtschaft" angesiedelt.

Der hier untergebrachte Studiengang "Journalismus und Unternehmenskommunikation" übersiedelt von Graz nach Kapfenberg und bekommt im Masterstudium einen wirtschaftlichen Fokus, nachdem bisher auf Dualität der beiden Bereiche Wert gelegt worden war.

Ebenfalls auf die Standorte Graz und Kapfenberg aufgeteilt ist der Fachbereich "Information, Design & Technologien".

Neu in Kapfenberg implementiert wird der "Design-Cluster", während die IT-Studien "Informationsmanagement" und "Internettechnik" in Graz zusammengeführt werden und "Elektronik und Technologiemanagement" von Kapfenberg nach Graz wandert. Hinter diesen Verlegungen stehen Nachfrageprobleme, von denen die ingenieurswissenschaftliche Fächer in der Obersteiermark betroffen waren.
Ab Sommer 2008
Weitgehend unberührt bleibt Bad Gleichenberg mit "Gesundheitswissenschaften" - die jungen Studien werden weiter hier und in Graz geführt, der medizinisch-technische Bereich wird in "Antizipation der demografischen Entwicklung" aufgewertet und soll um ein Transferzentrum ergänzt werden.

Als Zeitpunkt für die Standortwechsel nannte Rektor Michael Klees den Sommer 2008.
"Entscheidung über Köpfe hinweg"
Mit Veröffentlichung der Entscheidungen formierte sich die Kritik: Studiengangsleiter zeigten sich konsterniert und sprachen von einer Entscheidung "über die Köpfe hinweg", die Grünen orteten eine "mutwilligen Zerstörung" der erfolgreichen Grazer Studiengänge in den Bereichen "Journalismus" und "Design".

Und Wirtschaftsbunddirektor Jakob Taibinger sprach am Donnerstag von einem "Schwachsinn sondergleichen“, er sei mit Studiengangsleiter Gerhard Heufler einer Meinung. Die betroffenen Studiengänge brauchten die Nähe zur Infrastruktur einer größeren Stadt.
"Studenten nicht eingebunden"
Der Vorsitzende der Studierendenvertretung "Join" der Fachhochschule Joanneum, Philipp Hense, hat sich am Donnerstag in einer Aussendung kritisch über die geplanten Veränderungen ab dem Wintersemester 2008/09 geäußert:

Die Verlegung diverser Studiengänge von Graz nach Kapfenberg als plötzliche Entscheidung zu verkaufen sei "völliger Unsinn", so Hense. Die Studierenden seien "nicht eingebunden" gewesen.

Der Studierendenvertreter erklärte, dass hier Probleme mit dem "unattraktiven Hochschulstandort" Kapfenberg auf die "lange Bank geschoben" werden. Die "zwangsweise Ansiedelung" in der Region Kapfenberg solle den Standort beleben, doch dies werde "auf dem Rücken" der Studierenden ausgetragen, so Hense.
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