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DI | 14.02.2012
Bischof Egon Kapellari (Bild: ORF.at)
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Kapellari: Auf dominante Moscheen verzichten
"So lange Christen sich in fast allen islamischen Ländern verstecken müssen, sollten Muslime in Ländern wie dem unseren auf städtebaulich dominante Moscheen verzichten", sagt der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari.
"Islam bleibt weltweit viel schuldig"
Er sei "selbstverständlich dafür", dass Muslime - "wenn sie die demokratische Rechtsordnung repräsentieren" - auch in einem christlich geprägten Land gemeinsam beten können und dafür geeignete Räume haben. Er erwarte aber auch von muslimisch dominierten Staaten, dass sie Anhängern anderer Religionen "Recht und Raum zur Ausübung ihres Glaubens" geben, sagte Kapellari in einem Interview der Tageszeitung "Die Presse" am Wochenende:

"Diesbezüglich bleibt der Islam weltweit noch viel schuldig". In Österreich lebende Muslime sollten sich im Sinne der Glaubwürdigkeit für Religionsfreiheit in ihren Herkunftsländern einsetzen.
"Gefahr von Ressentiments gegen Westen"
Es sei für Muslime in Europa "sicherlich schwierig, sich zu integrieren und dabei die Identität zu behalten", so der Bischof. Aber auch für die christlich geprägten und zum Teil säkularisierten Länder sei es schwierig, den Islam zu integrieren. Viele Christen wüssten vom - durchaus nicht homogenen - Islam nicht viel und hätten daher ein "falsches Bild".

Christen sollten sich genau über den Islam informieren, "denn wir müssen weltweit mit ihm leben". Aber auch die Mehrheit der Muslime kenne das Christentum nicht. Damit bestehe die Gefahr, dass ein kollektives Ressentiment gegen den Westen aufgebaut wird, "das den Weltfrieden gefährdet".
"Regeln für friedliche Koexistenz"
Befragt nach einer etwaigen Förderung muslimischer Einrichtungen durch die Kirchen sagte Kapellari, auf der Ebene von Kleingruppen gebe es "ehrenwerte Projekte des Miteinanders, die auch einem christlichen Ethos entsprechen". Aber man dürfe "nicht die eigene Gemeinschaft in ihrer Identität blockieren, wenn von der anderen Seite keine Schritte gemacht werden".

Der Islam habe eine Identität, "die sich sehr vom Christentum unterscheidet". Der Dialog sei notwendig, um Regeln für eine friedliche Koexistenz zu entwickeln, aber dass man wechselseitig Glaubensinhalte verändert, sei nicht möglich, hieß es diesbezüglich in einer Aussendung von Kathpress am Sonntag.
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