Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Pellets (Bild: ORF/Posch)
Milder Winter, volle Lager
Keiner will Pellets kaufen
Der vergangene Winter war für die Haushaltsbudgets eine Wohltat: Durch die milden Temperaturen ersparten sich die Haushalte erhebliche Kosten. Gleichzeitig brach aber der Pelletsmarkt nahezu zusammen.
Gegen alle Marktgesetze
Um 25 Prozent stieg der Holzeinschlag im vergangenen Winter. Trotz des großen Angebots kletterte aber gegen alle Marktgesetze auch der Preis für Rundholz in lichte Höhen: Bis zu 92 Euro wurden für ein Festmeter Fichte bezahlt.
Derzeit stagniert der Absatz, der Rundholzpreis ist auf rund 80 Euro gesunken - was noch immer ein stattliches Preisniveau bedeutet.
Produktion teilweise stillgelegt
Jetzt sind die Lager aber so voll, dass die Produktion tageweise sogar stillgelegt werden muss, sagt der Geschäftsführer des größten steirischen Sägewerkes, Mayr-Melnhof in Leoben, Alfred Jechart:
"Wir haben jetzt zu Ostern bei uns in Leoben zwei Produktionstage herausgenommen, vor allem wegen Überfüllung und Überlastung bei den Sägenebenprodukten, nämlich Spänen und Hackgut. Bei Spänen und Hackgut sind die Preise im letzten Quartal empfindlich zurückgegangen."
"Absatz sehr schwierig"
Das wiederum wirkt sich massiv auf den Pelletsmarkt aus, erläutert Jechart: "Der Pelletsmarkt ist quasi zusammengebrochen, die Preise haben sich meines Wissens halbiert. Der Absatz ist sehr schwierig, weil die Lager alle voll sind auf Grund des Minderverbrauchs im letzten Winter".
Diese Halbierung der Pelletspreise muss aber von der absoluten Spitze von Anfang 2006 aus gesehen werden, als für die Tonne Pellets bis zu 300 Euro bezahlt werden mussten.
Gut für Kunden, schlecht für Produzenten
Was gut für den Kunden ist, ist schlecht für den Produzenten, weiß auch Hans Peter Leitinger, einer der größten steirischen Pelletsproduzenten:
"Der Pelletsmarkt ist derzeit am Boden. In Deutschland hat der größte Pelletserzeuger 'German Pellets' zwei seiner vier Werke geschlossen, weil einfach kein Absatz aufstellbar ist."
Keine Auswirkungen auf Arbeitsmarkt
Auf den Arbeitsmarkt wirkt sich der momentane Stillstand am Pelletsmarkt bei uns nicht aus, da die Pelletsproduktion fast vollständig automatisiert ist und nur einige wenige Arbeitskräfte mit der Überwachung beschäftigt sind.
Um ein Drittel weniger Pellets verbraucht
Der Verband proPellets schätzt, dass in diesem Winter um 30 bis 35 Prozent weniger Pellets verbraucht wurden. Im März kostete die Tonne Pellets laut dem Verband durchschnittlich 198 Euro. Ersten Schätzungen zufolge dürfte der Preis weiter gesunken sein und liegt jetzt bei 185 Euro.
Talsohle dürfte erreicht sein
In den Wintermonaten kostete die Tonne Pellets im Schnitt noch 250 bis 260 Euro. Der Branchenverband rechnet damit, dass die Talsohle bei den Preisen jetzt erreicht sein dürfte. Generell kostet die Tonne Pellets laut dem Verband in den Monaten März bis Mai um 30 Euro weniger als in der kalten Jahreszeit.
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