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psychologe |
14.03.2007 |
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Jugendliche durch Spielsucht gefährdet
Frustration, innere Leere, Sucht - vor allem Jugendliche sind gefährdet, in diesen Teufelskreis abzurutschen. Spielsucht drohe Jugendlichen vermehrt, weil sie "besonders frustriert" seien, sagt Michael Lehofer von der Grazer Sigmund Freud-Klinik.
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"Psychische Armut macht sich breit"
"Die Gesellschaft bietet Jugendlichen Werte an, die sie eigentlich nicht brauchen", erklärte Lehofer anlässlich eines Spielsucht-Seminars der Österreichischen Lotterien.
An materiellem Wohlstand mangle es meist nicht, wesentliche Bedürfnisse wie Bestätigung des Selbstwertes und sichere Bindungen bleiben aber auf der Strecke. Statt ihren Kindern Zeit zu widmen, "speisen viele Eltern sie mit materiellen Werten ab", kritisierte der ärztliche Leiter der Drogenberatungsstelle des Landes Steiermark. Die Armut, die sich breit macht, sei eine psychische.
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Spaßgesellschaft "macht nicht satt"
"Obwohl die Befriedigungsmöglichkeiten in der Spaßgesellschaft riesengroß sind, müssen Menschen immer mehr innere Leere aushalten", sagte Lehofer. Denn: "Diese Möglichkeiten machen nicht satt." Suchtverhalten scheint für viele ein Ausweg zu sein, weil es die Möglichkeit bietet, nicht an Probleme zu denken.
Das Spielen beispielsweise fessle die gesamte Aufmerksamkeit. "Noch dazu kommt die Verheißung auf den großen Gewinn", meinte der Psychiater. Süchtige verlieren in der Folge die Kontrolle, gamblen immer häufiger und "pokern" immer höher. Betroffene vernachlässigen ihre sozialen Kontakte - das ganze Leben drehe sich nur noch ums Spielen.
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20.000 Österreicher spielsüchtig
Laut dem Mediziner sind etwa 20.000 Österreicher spielsüchtig. Casinos besuche der Großteil der Abhängigen jedoch nicht, meinte Lehofer. Spielsüchtige frequentieren eher "niederschwellige Einrichtungen" wie Wettcafes mit Automaten. Die strengen Rituale der Casinos - Bekleidungsvorschriften und Ausweispflicht - hemmen das Suchtverhalten, erklärte er.
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Persönliches Gespräch mit jungen Spielern
Damit der Nervenkitzel beim Roulette oder Poker nicht zur pathologischen Sucht wird, solle man Glücksspiel auf alle Fälle als Unterhaltung betrachten und nicht dorthin gehen, um Sorgen zu vergessen, rät Herbert Beck, Leiter der Abteilung "Responsible Gaming" der Casinos Austria und der Österreichischen Lotterien. Zudem solle man sich von vorne herein ein finanzielles und auch zeitliches Limit setzen.
Weil junge Zocker besonders gefährdet seien, begegne man 18- bis 25-jährigen Casinobesuchern gezielt mit mehr Strenge, so Beck. Wer besonders oft kommt und hohe Beträge setzt, wird zu einem persönlichen Gespräch geladen. Kann der Betroffene kein regelmäßiges Einkommen nachweisen, darf er nicht mehr kommen.
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steiermark.ORF.at
Die Polizei hat eine 22 Jahre alte Grazerin ausgeforscht, die das Sparbuch ihrer Großmutter entwendet und 30.000 Euro behoben hat. Das ergaunerte Geld hat die junge Frau beim Automaten-Glücksspiel verloren.
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