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MI | 11.04.2012
Stiefelkönig (Bild: APA)
Stiefelkönig-Bawag
Herzl-Enkel bestreitet bevorzugte Behandlung
Die früheren Eigentümer der Schuhhandelskette Stiefelkönig wehren sich gegen Vorwürfe, sie seien von BAWAG-Chef Helmut Elsner bevorzugt behandelt worden.
"Verluste schon nach Übernahme"
Die Mehrheit der Verluste entstanden zwischen 2003 und 2006, als Stiefelkönig schon zur BAWAG gehörte, schreibt der ehemalige Stiefelkönig-Geschäftsführer Alexander Herzl - Enkel von Manfred Herzl sen. - in einer schriftlichen Stellungnahme an den ORF Steiermark.
Sanierer trieben Verluste bewusst in die Höhe
Die Verluste, so Herzl, seien vom neuen Management und dem von der BAWAG eingesetzten Sanierer bewusst durch einen radikalen Lagerabbau in die Höhe getrieben bzw. in Kauf genommen worden.
So konnte in den Folgejahren ein höheres Ergebnis-Verbesserungspotential geschaffen werden, deutet Herzl ein persönliches finanzielles Interesse der Manager an.
Keine nennenswerten Privatentnahmen
Durch seine Familie habe es davor zu keiner Zeit Privatentnahmen gegeben, die eine signifikante Auswirkung auf das Ergebnis des Unternehmens gehabt hätten.
Kredite nur gegen Sicherheiten
Auch von freizügiger Ausdehnung des Kreditrahmens durch die BAWAG und deren Generaldirektor Helmut Elsner - einem Freund von Herzls Großvater - könne keine Rede sein: Kreditrahmenerhöhungen seien nur gegen Einholung entsprechender Sicherheiten gewährt worden; außerdem habe man den Kreditrahmen nur vorübergehend gebraucht.
Dass die BAWAG Kredite der Raiffeisenlandesbank übernahm, sei auf Betreiben der BAWAG geschehen, die ihre Position gegenüber den Eigentümern verbessern wollte, so Herzl.
Keine Rede von Pfandfreistellung
Stiefelkönig wurde im jahr 2003 von der BAWAG übernommen. Im Zuge dessen sei auch die überwiegende Mehrheit der privaten Liegenschaften der Familie Herzl der BAWAG übertragen worden - von einer Pfandfreistellung des Immobilienbesitzes könne keine Rede sein.
Seinem Vater, so Alexander Herzl, sei zuerst die ihm zustehende Pension halbiert worden, dann habe er sie gegen eine Immobilie getauscht, und die sei ihm im Zuge der Übernahme genommen worden.
Keine Familienmitglieder angestellt
Familienmitglieder seien weder vor noch nach der Übernahme angestellt worden, noch hätten sie Jobs oder Pensionen bekommen, so Herzl abschließend in seiner Stellungnahme.
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