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DI | 14.02.2012
Mann im Dunkeln und Blinder mit Stock
Forschungsprojekt
Spezialbrille lässt Blinde wieder sehen
Ein kleines medizinisches Wunder ist das neue Forschungsprojekt, das am Donnerstag an der Med Uni Graz gestartet wurde. Durch einen Chip im Auge und mit einer Spezialbrille können erblindete Patienten wieder Umrisse erkennen.
Bei spezieller Netzhauterkrankung
Die neue Methode, mit der Blinde zumindest umrisshaft wieder sehen lernen können, ist für eine bestimmte Augenkrankheit geeignet, an der etwa zehn bis 15 Prozent aller Blinden leiden.
"Den Chip bekommen nur Patienten mit einer speziellen Netzhauterkrankung, der Retinopathia pigmentosa, die erblich bedingt ist. In diesen ersten Erfahrungsstudien nehmen wir natürlich nur Patieten, die ein ausgebildetes Sehen in der Kindheit besessen haben. Die wichtigste Vorraussetzung ist, dass sie erblindet sind, dass sie nicht mehr ein Licht sehen oder maximal hell/dunkel, aber auf jeden Fall keine Orientierung mehr haben", sagt Angelika Velikay-Parel, die Leiterin des Forschungszentrums an der Med Uni Graz.
Retina Implant (Bild: imi)
Mit Chip Umrisse erkennbar
Die Patienten bekommen in einer Operation einen Chip in die Netzhaut eines Auges eingesetzt, der ihnen hilft, zumindest Umrisse wieder zu erkennen.
"Netzhaut wird elektrisch stimuliert"
"Der Chip dient dazu, elektrische Stimulationen an der Netzhaut auszuführen, und die Netzhaut meldet dann ins Gehirn diesen Stimulus, und damit werden Lichtpunkte erzeugt, die dann vom Patienten zu einem sinnvollen Bild zusammengesetzt werden", erklärt Velikay-Parel.
Lesen bleibt weiterhin unmöglich
Das kann man sich so ähnlich wie beim Fernsehen oder auf einem Computerbildschirm vorstellen - wobei die Qualität nicht einem einwandfreien Fernsehempfang entspricht. Lesen oder Gesichtererkennen wird zumindest im jetzigen Stadium des Forschungsprojekts den Patienten nicht möglich sein, so die Leiterin des Projekts Artificial Vision Center:
"Wenn der Chip eingesetzt ist und das entsprechende Training stattgefunden hat, dann wird der Patient in der Lage sein zu sehen, ob die Türe offen ist oder ob ein Sessel im Weg steht."
Steigerung der Lebensqualität
Ziel des Forschungsprojekts ist es, den Blinden zumindest ein teilweises Sehen wiedergeben zu können, um ihren Aktionsradius zu vergrößern und ihre Lebensqualität zu steigern. Die ersten Operationen soll es bereits im Sommer geben.
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