|
|
 |
 |
Stalking |
08.01.2007 |
|
|
|
|
Kampuschs Mutter mit SMS bombardiert
Im Zusammenhang mit dem Fall Natascha Kampusch ist am Montag ein 33 Jahre alter Grazer wegen Stalkings vor Gericht gestanden. Ihm wird vorgeworfen, die Mutter von Kampusch mit SMS und Anrufen bombardiert zu haben.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
In Kampusch verliebt
Er habe gehofft, auf diese Weise Kampusch kennen zu lernen, weil er sich in sie verliebt habe, gab der Angeklagte an.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Der 33-Jährige wollte Natascha Kampusch um jeden Preis kennenlernen. |
|
|
|
Nummer stand im Telefonbuch
Der 33-Jährige, der unter dem so genannten Tourette-Syndrom leidet - was sich bei ihm in unkontrolliertem Schreien und Grunzen äußert - wollte Natascha Kampusch nach ihrem ersten Fernsehinterview nach ihrer Befreiung kennen lernen - und zwar um jeden Preis.
Im Telefonbuch fand er die Nummer von Nataschas Mutter, Brigitta Sirny. Wochenlang bombardierte er sie beinahe täglich mit SMS mit der Bitte, einen Kontakt zu Natascha herzustellen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Geschenke geschickt
Kampusch selbst schickte der 33-Jährige Geschenke, wie eine Uhr und einen Teddybären aus Berlin. In das Gästebuch der Stadt Graz trug er ein, dass er verliebt in Natascha Kampusch sei.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Es kam auch zu drei Telefongesprächen mit Nataschas Mutter. Beim letzten Telefonat Mitte Oktober versprach Brigitta Sirny dem Angeklagten, keine Anzeige zu erstatten, wenn er mit den Belästigungen aufhören würde. Das tat der Mann auch, die Anzeige kam aber trotzdem.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Hoffnung auf mediale Aufmerksamkeit
Auf die Frage des Richters, warum er überhaupt damit angefangen hatte, sagte der 33-Jährige, dass er Natascha helfen wollte. Außerdem sei er von ihr beeindruckt gewesen. Besonders imponiert hätte ihm, dass jemand so schnell populär werden könne. "Ich habe gehofft, dass die Medien dadurch auch auf mich aufmerksam werden", so der Angeklagte.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Angeklagter fühlt sich nicht schuldig
Schuldig fühle er sich nicht, er habe niemanden beharrlich verfolgt, sondern nur gebeten, die SMS an Natascha weiterzuleiten.
Ganz so harmlos, wie der Grazer die Sache darstellen wollte, war sie nach Ansicht der Mutter nicht. Sie fühlte sich durch die SMS und Telefonanrufe, die auch mitten in der Nacht kamen, massiv gestört.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Sie hätte ja ihre Nummer ändern können"
"Sie hätte ja ihre Nummer ändern können", meinte der Angeklagte eher ungerührt. "Ich bin sehr hartnäckig", erläuterte er dem Gericht. Weiters erklärte er, dass er unter einer Zwangserkrankung leide, und eben auch dieser Kontaktwunsch etwas Zwanghaftes hatte.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Persönlichkeitsstörung
Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann unter Geltungsbedürfnis und einer Persönlichkeitsstörung. Für die Tat sei er aber ausreichend zurechnungsfähig gewesen.
Brigitta Sirny konnte wegen eines Schlüsselbeinbruchs nicht zur Verhandlung erschienen, sie soll aber noch einvernommen werden - der Prozess wurde bis auf weiteres vertagt.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
wien.ORF.at
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|