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SO | 12.02.2012
Bild: ORF Kärnten
Brandschutz in Hochhäusern
Bürgerinitiative kritisiert neue Richtlinien
Brandschutzmaßnahmen in Hochhäusern sind teuer. Jetzt sind neue Richtlinien des Landes geplant, die diese Maßnahmen billiger machen sollen. Doch sie bringen laut der "Bürgerinitiative Hochaus-Bewohner" kaum eine Entlastung.
Kritik: Viel zu teure Brandschutzmaßnahmen
Vor allem die automatischen Brandmelder und Überdruck-Belüftungsanlagen seien zu teuer und wenig sinnvoll. Bis zu 11.000 Euro pro Wohnung kosten die Brandschutzmaßnahmen, sagt Ingrid Moretti, die Sprecherin der Bürgerinitiative. Viele Hochhausbewohner - etwa Pensionisten - könnten sich das nicht leisten.
Keine unverhältnismäßige Maßnahmen mehr
Der Landtag hat im März beschlossen, dass es unverhältnismäßige Brandschutzmaßnahmen künftig nicht mehr geben soll. Aber der zuständige Landesrat Manfred Wegscheider (SPÖ) habe das Thema geändert, sagt Moretti. Seine Abteilung habe nur überprüft, welche Brandschutzmaßnahmen dem Baugesetz für Neubauten entsprechen.
"Man kann nicht einen alten VW zu einem Ferrari umbauen. Das ist ja kostenmäßig und auch technisch viel teurer als ein Neubau. Und das gibt´s nur in Graz. Bundesweit gibt es diese Maßnahme nicht, das habe von Wien schriftlich. Auch in Bayern wird das nicht so gehandhabt, nur in Graz", so Moretti.
"Nur billige Maßnahmen gestrichen"
Schließlich habe es in Österreich bisher nur Wohnungsbrände gegeben und noch nie einen Brand eines ganzen Hochhauses.

In Wegscheiders geplantem Erlass werden zwar sechs bisher vorgeschriebene Brandschutzmaßnahmen gestrichen, es handelt sich aber um eher billige Maßnahmen, wie neue Haustüren.
Teure Maßnahmen weiterhin vorschreibbar
Die teuren Brocken wie automatische Brandmeldeanlagen, Steigleitungen für das Löschwasser und Überdruckbelüftung gegen den Rauch im Stiegenhaus können aber weiterhin vorgeschrieben werden.
Landesrat Wegscheider begründet das damit, "dass ein Abwägen von finanziellen Belastungen gegen den Schutz von Leib und Leben nicht in Frage kommt. Das heißt, dass uns ältere Hochhäuser, die jetzt im Umbau möglicherweise viel Geld kosten, weniger wert sind, als neuere Hochhäuser, wo schon bessere Maßnahmen gesetzt sind. Denn wenn der erste Fall eintritt, dass in einem der älteren Hochhäuser ein Brand entsteht oder eine andere Katastrophensituation, dann möchte ich nicht der zuständige Regierer sein, der hier eine Handhabe dafür geschaffen hat, dass die Vorschriften nicht zur Anwendung kommen."
Sanierung weiterer alter Hochhäuser nötig?
Die Hochhaus-Initiative befürchtet jetzt, dass wegen der neuen steiermarkweiten Richtlinien auch 44 alte Hochhäuser außerhalb von Graz saniert werden müssten.
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