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MO | 13.02.2012
Herberstein (Bild: APA)
Herberstein-U-Ausschuss
Murgg fordert Ablöse des Tierpark-Chefs
Der Vorsitzende des Herberstein-U-Ausschusses Werner Murgg (KPÖ) fordert die Ablöse des Tierpark-Geschäftsführers Andreas Kaufmann: Er sei als "Alleinherrscher" aufgetreten. ÖVP und SPÖ bezeichnen diese Kritik als verfrüht.
"Als Alleinherrscher aufgetreten"
Tierpark-Chef Andreas Kaufmann trete als Alleinherrscher auf; durch seine Führung sei zum Teil die Sicherheit für Tiere und Menschen nicht gegeben gewesen, so fasst Werner Murgg die Kritik durch die Zeugen zusammen.
Ein Beispiel: Der Tierparkdirektor soll einmal mit einem scharf geladenen Gewehr im Anschlag in Richtung einer entlaufenen Antilope gestanden sein, obwohl sich in derselben Richtung der Besucher-Parkplatz befunden habe.

Wolfsjunge seien mit Kot eingerieben worden und dann verhungert, weil die Mutter sie nicht mehr angenommen habe.
"Inakzeptable Vorgänge"
Dass Andreas Kaufmann wie geplant zoologischer Leiter des Landestierparks bleibt, kann sich Murgg nicht vorstellen:

"Diese Vorfälle sind derartig inakzeptabel, dass einfach jemand, der für diese Dinge verantwortlich war, meiner Ansicht nach einen wissenschaftlichen Zoo, der ein Aushängeschild für die Steiermark sein soll, nicht mehr führen kann."
In "Kategorie-A-Zoo" aufgenommen
Der Tierpark-Direktor entgegnet, dass erst kürzlich Herberstein die Zulassung als "Kategorie -A-Zoo" von einer Fachkommission bestätigt worden sei:
"Sie können Tierpark jederzeit prüfen"
"Sie können jederzeit unangekündigt in den Tierpark kommen mit einer Fachkommission und den Tierpark auf Herz und Nieren prüfen. Wenn Sie was finden, was wirklich einen Missstand belegt, nehme ich meinen Hut am selben Tag. In der Fachkommission hätte ich aber bitte gern keine Leute, die in Unfrieden aus dem Betrieb geschieden sind, sondern echte Fachleute."
Kaufmann verteidigt sich
Den Vorfall mit dem Gewehr bestätigt Kaufmann, er habe sich vor dem 500 Kilo schweren Tier schützen müssen. Aber es habe sich weit und breit kein Besucher befunden. Und Wolfskot halte eine Mutter sicher nicht davon ab, zu ihren Jungen zu gehen.
SPÖ: Keinen Schnellschuss machen
Wir sollten keinen Schnellschuss machen, sagt SPÖ-Klubobmann Walter Kröpfl. Es habe Vorwürfe von Zeugen im U-Ausschuss gegen den Tierparkdirektor gegeben. Aber auf der anderen Seite habe Schönbrunn-Direktor Helmut Pechlaner im Ausschuss gesagt, dass der Tierpark Herberstein sehr gut geführt sei.

Herberstein sei laut Kröpfl erst kürzlich von einer Kommission geprüft worden. Man müsse sich alle Zeugen anhören, dann erst könne man Schlüsse ziehen.
ÖVP: Wir haben erst eine Seite gehört
Auch ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler hält die Kritik am Tierparkdirektor für verfrüht: "Bis jetzt haben wir erst eine Seite gehört, die zweite Seite, nämlich Tierparkdirektor Andreas Kaufmann, ist erst kommende Woche als Zeuge im U-Ausschuss geladen", sagt Drexler.
Grüne: Massive Bedenken an Kaufmann
Von den Grünen hingegen kommt Unterstützung für Werner Murgg. Der Abgeordnete Peter Hagenauer sagt, der U-Ausschuss könne es sich nicht leisten, dass es in Zukunft wieder Probleme mit Herberstein gibt. Man brauche dort einen Chef, der den Karren aus dem Dreck zieht und einen Neustart schafft. Nach den Zeugenaussagen habe er massive Bedenken, dass der derzeitige Tierparkdirektor Kaufmann dafür die beste Besetzung ist.
Zeuge beim U-Ausschuss
Eine mögliche Klärung und neue Erkenntnisse könnte es kommende Woche geben. Da wird nämlich der Tierparkdirektor als Zeuge im Untersuchungsausschuss befragt.

Kaufmann ist übrigens nicht nur Direktor in Herberstein, sondern auch Präsident der österreichischen Zooorganisation und Vertreter der österreichischen Zoos auf europäischer Ebene.
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