Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Kinder am Schulweg (Bild: ORF)
Ortungsgerät für Schulkinder
Alarm aus der Schultasche
Für Eltern, die Angst um ihr Kind haben, bietet eine Grazer Firma jetzt ein umstrittenes neues Gerät an: Es schreit sozusagen Alarm, wenn das Kind allzu weit vom Schulweg abkommt.
Immer den Handysendern entlang
Der Fall Natascha Kampusch hätte vermutlich rasch geklärt werden können, wäre das Mädchen mit einem solchen Gerät ausgerüstet gewesen, sagt Paul Morak, Prokurist der Grazer Firma Degen-Security.
Das Alarmgerät, das 290 Euro kostet und das die Firma laut Morak als einzige in Österreich anbietet, ähnelt einem Handy. Geht man damit einmal den Schulweg ab, werden alle Handysender am Weg registriert und gespeichert. Wenn nun später einmal ein mit dem Gerät ausgerüstetes Kind in den Bereich eines nicht registrierten Mobilfunksenders gelangt, erfolgt ein automatischer Anruf oder ein SMS auf das Handy der Eltern.
Sicherer Schulweg...
Geplant ist, dass die Kinder künftig auch geortet werden können: "Man denkt vielleicht an Familien, die stark in der Öffentlichkeit stehen, Prominenz, Industrielle usw. Aber auch für mich persönlich wäre es durchaus eine Möglichkeit den Schulweg von Kindern sicherer zu gestalten - gerade bei kleineren Kindern", sagt Morak.
... oder elektronische Fessel?
Besonders ängstlichen Eltern könnte dieses Gerät ein Gefühl der Sicherheit geben, sieht der steirische Kinder- und Jugendanwalt Christian Theiss einen positiven Aspekt. Dennoch zieht er auch einen Vergleich zur elektronischen Fußfessel.
"Das ist im Grunde ein ähnlicher Mechanismus, wie er für Freigänger aus dem Gefängnis vorgeschlagen wird. Das würde ich für sehr beängstigend halten, wenn man nicht einmal mehr alleine in die Schule gehen kann oder ohne Warnsignal in die Schule gehen kann. Angenommen, man hilft jemandem die Schultasche nach Hause zu tragen, dann sind plötzlich alle alarmiert, obwohl man eigentlich nur einen sozialen Dienst gemacht hat", so Theiss.
Recht auf persönliche Freiheit eingeschränkt
Das Recht des Kindes auf persönliche Freiheit werde jedenfalls eingeschränkt, sagt der Kinderanwalt - da gehe es nicht um das Recht, Dummheiten machen zu dürfen, sondern um das Recht, eigene Entscheidungen zu treffen und den eigenen Weg zu gehen.
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