Steiermark ORF.at
MI | 11.04.2012
Gerhard Kurzmann (Bild: FPÖ Steiermark)
Gerhard Kurzmann (FPÖ)
Mitglied bei "rechtsextremer Vereinigung"
Gerhard Kurzmann, der steirische FPÖ-Obmann und Spitzenkandidat für die Nationalratswahl, ist Mitglied der Kameradschaft 4, die als rechtsextreme Vereinigung gilt. Gegenüber Radio Steiermark hat er sich zu dieser Mitgliedschaft bekannt und sie verteidigt.
Von Waffen-SS Mitgliedern gegründet
Vor acht Jahren - bevor Kurzmann Nationalratsabgeordneter wurde - gab es in der FPÖ allerdings Bestrebungen, ihn zum Austritt aus der von ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS gegründeten Vereinigung zu bewegen.
Mitglied trotz Nationalratskandidatur
Kritik daran kommt vom Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstands. Das Zentrum stößt sich vor allem daran, dass der steirische FPÖ-Spitzenkandidat für die Nationalratswahl im Herbst nach wie vor Mitglied der Kameradschaft 4 ist.
"Rechtsextreme Veteranenorganisation"
Die Kameradschaft 4 wird vom Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstands als rechtsextreme Veteranenorganisation ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS bezeichnet.
Angeblich neonazistische Betätigung
Anfang der 90er-Jahre habe es auch Bestrebungen des Innenministeriums gegeben, die Kameradschaft 4 wegen angeblich neonazistischer Betätigung aufzulösen, sagt die Leiterin des Dokumentationszentrums Brigitte Pailer.
"Hat nichts in Demokratie verloren"
Dazu, dass der frühere Nationalratsabgeordnete Kurzmann jetzt wieder um den Einzug in den Nationalrat kandidieren will, meint sie:
"Meiner persönlichen Meinung nach hat jemand mit Kontakten zu nicht nur rechtsextremen sondern auch noch rechts vom Rechtsextremismus stehenden Organisationen eigentlich im Parlament einer demokratischen Republik nichts verloren."
Kurzmann: "Pauschale Unterstellung"
Gerhard Kurzmann war zu keinem Interview bereit. Gegenüber Radio Steiermark weist er den Vorwurf, die Kameradschaft 4 sei rechtsextrem, aber als pauschale Unterstellung zurück.
"Habe anständige Menschen kennen gelernt"
Dass er, wie andere steirische Politiker auch, Mitglied des Kameradschaftbundes 4 und des Österreichischen Kameradschaftbundes ist, sei seit Jahren bekannt. Er habe in beiden Verbänden anständige Menschen kennen gelernt die, so Kurzmann, in schwierigen Zeiten ihre soldatische Pflicht erfüllten.
Jemand vom Bundesheer habe ihn einmal zur Kameradschaft 4 mitgenommen. Dann habe er eben eine Beitrittserklärung unterschrieben.
"Haider sah in Mitgliedschaft kein Problem"
Wie aus einer dem Magazin "News" zugespielten Computer-Festplatte von Volksanwalt Ewald Stadler hervorgeht, wollte Stadler 1998 erreichen, dass Kurzmann aus der Kameradschaft 4 austritt, weil er sonst die Partei in Schwierigkeiten bringen würde.

Kurzmann sagt aber, der damalige FPÖ-Obmann Jörg Haider habe in seiner Mitgliedschaft kein Problem gesehen.
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